10. Dezember

Katja Hannig hat diesen Sessel so stimmungsvoll befilzt. Er sieht so sehr nach Entspannung aus.

Ich habe heute ein ganz merkwürdiges Alltagswunder für euch. Ich hatte eine Arbeitsliste für heute vorbereitet, bin früh aufgestanden und wollte mich sofort ans Werk machen – also an die vielen Werke auf der Liste. Ich habe sie sorgfältigst durchgeplant und gerechnet, mir eine Pause aufgeschrieben und sogar 30% des Tages zur sogenannten freien Verfügung offen gelassen. Ich war (gestern nach einem Chaostag) so sicher, dass ich heute mein Pensum wegarbeiten kann. Dadurch könnte ich mir dann endlich frei nehmen für Freunde und freie Zeit. Das muss doch endlich mal klappen.

Frühstückstisch decken, Nachrichten lesen (sollte man auch mal lassen), Küche aufräumen und ab an den Schreibtisch. 2 Stunden, dann sind alle Punkte abgearbeitet – und immer neben mir die Liste. Kaum sitze ich, da leutet es. Die Post, jetzt schon? Gut, nicht lange fackeln, aufstehen und an die Türe gehn.

So, und da stand das Alltagswunder in Form einer alten Freundin die ich seit Jahren kaum noch sehe, weil zwischen uns 500km liegen. Was soll ich euch sagen, es war ein entspannter Vormittag, es gab so viel zu reden. Am Nachmittag haben dann noch zwei mir sehr vertraute Frauen angerufen, die mich ganz fröhlich gemacht haben. Danke für eure Alltagswundergaben!

Die Liste? Die ist noch voll, aber sie liegt wieder sicher auf dem Schreibtisch und wartet geduldig auf den Rotstift. Ich hatte heute einen entspannten Tag, wer weiß ob ich ihn mir morgen oder wann auch immer genommen hätte.

23. Dezember

Nur noch einmal schlafen, nur noch ein Türchen am Adventskalender! Anke Güttler hat uns dieses Bild zur Verfügung gestellt. So schnell sind die Tage vergangen, dass man es kaum fassen kann. Als Kind dachten wir, es wären die längsten Tage des Jahres, die Zeit wollte nicht vergehen. So manch einer hat das Haus auf den Kopf gestellt, um die unerträgliche Spannung zu mildern indem man schon mal geschaut hat, was da so auf einen wartet. Natürlich erst, nachdem der Cousin einem erzählt hatte, dass es das Christkind gar nicht gibt. Ich seh sein hämisches Grinsen noch immer.

Und heute rast die Zeit scheinbar. Alles läuft auf diesen einen Tag zu. Und morgen ist es dann soweit. Mir kommt es so vor, als ob wir endlich eine Sternschnuppe sehen und uns dann kein Wunsch einfällt. Verpasst den Tag nicht. So einfach und klein dieser gefilzte Pilz auch sein mag, sein Rahmen macht ihn ganz besonders. Es ist nie die Fülle, die uns erfüllt. Es sind immer die kleinen Gesten, die unsere Tage wertvoll machen. Das gilt ganz besonders für die kommenden Tage!

Kommt gut durch die Nacht!

18. Dezember

Heute gibt es wunderbare Boten! Es gibt 2 Engel von Karin Twelkemeier und einen von Barbara Steffen-Munsberg, und einen ganz unscheinbaren von mir… Wir brauchen heute nämlich viele Engel. 

Engel sind ja bekanntlich Boten! Und dieser Tage kann man gar nicht genug Boten haben. Die vielen guten Wünsche müssen transportiert werden. Handgeschriebene Weihnachtskarten sollen rechtzeitig ihr Ziel erreichen. Die letzten Wunschzettel kommen nur bei den verschiedenen Wunscherfüllern an, wenn jemand sie behutsam begleitet. Gute Gedanke wollen abgeholt werden.Und dann sind da all diejenigen, die noch auf der Reise sind nach Hause. Die benötigen dringend Schutzengelbegleitung.

All diese menschlichen, gedanklichen oder materiellen Reisenden haben es verdient, dass jemand auf sie achtet, dass jemand dafür Sorge trägt, dass das Ziel auch offen ist für die Ankunft.

Reisen, auch für Briefe und Gedanken, ist schon spannend genug. Da hofft man so sehr, dass jemand sich über den Gedanken freut, begeistert den Briefkasten öffnet oder den Reisenden ins Haus bittet und einfach nur glücklich ist, dass der – oder diejenige da ist! Ich wünsche euch auf jeden Fall, eure Botschaften gelesen werden und ihr immer eine offene Tür findet!


17. Dezember

Margit Röhm hat dieses Fenster im lebendigen Adventskalender gestaltet und uns lachen hier unsere Wolllieferanten an, oder lachen sie uns gar aus?

“Ihr lieben Schafe, ihr habt gar keinen Grund uns auzulachen. Wir sind genauso vielfältig wie ihr. Unter uns gibt es auch weiße und schwarze Schafe. Wir können auch unterschiedlich blöken. Mal ganz schlau, mal nur sehr altklug und ab und zu sogar klug. Wir ziehen auch gerne auf frische Weiden und einige von uns mögen es, dem Hirten zu folgen. Doch Rebellen gibt es auch unter uns.”

Wir können uns Hörner wachsen lassen im Geist und gewaltig aufeinander zu gehen. Ach ihr meint wohl, wir würden uns schwer tun mit dem Nachgeben. Na ja, da mögt ihr recht haben. Recht haben wollen, ist eine besondere Leidenschaft von uns. Ihr macht so was nur im Frühling. Wir verteilen unsere Anstrengungen diesbezüglich übers ganze Jahr.Kann sein, dass ihr mal herzhaft über uns lachen dürft.

Aber in der Weihnachtszeit, da steht Versöhnung ganz oben auf der Agenda, gleich nach dem Tannenbaum und dem Kartoffelsalat.Und kurz bevor die Geschenke ausgepackt werden.

Aber von denen erzähle ich ein anderes Mal.” Ich geh jetzt Schäfchen zählen… 


16. Dezember



 A,B,C… die Katze von Susanne Weber läuft im Schnee.

Ein herrlich stimmungsvolles Bild zum 3. Advent. Es erzählt eine ganze Geschichte und dennoch bleibt es zurückhaltend und lässt unserer Fantasie viel Spielraum.

 Malen mit Wolle ist eine fast meditative Tätigkeit. Wolle zu einem Bild aufzuschichten, zusammen zuzufügen, Farben zu mischen, all das geht ohne Hektik und ohne Druck. Ich muss nicht beachten, dass Farben trocknen, muss nicht hinter dem sich wellenden Papier her malen.  Skizzen, die nicht stimmig sind, hebe ich ab und lege die Wolle neu. Und wenn es ans Filzen geht, wenn sich meine Schichten und Ideen verbinden, dann entsteht etwas ganz Neues, Überraschendes. Farben, mit denen ich nicht gerechnet habe, drängen sich in den Vordergrund, andere werden fast verschluckt – und zauberhafte Geheimnisse werden sichtbar.

 Entschleunigung bedeutet für mich, dass ich auch ohne Reuemal etwas umschichten kann, einfach um andere Sichtweisen hervortreten zulassen, die ich dann mit all den Lebensbegleitern begrüßen kann!