Dezember 2017 – Historisches

Das Schaf des Monats Dezember 2017

Historie – welches Schaf stand an der Krippe

 

Mufflon – Foto Tierpark Sababurg

Wenn wir uns über Schafrassen Gedanken machen, so sollten wir uns fragen, woher kommen denn unsere gezüchteten Schafrassen, wann begann das mit der Domestizierung überhaupt. Wir lesen schon in der Weihnachtsgeschichte von den Hirten und ihren Schafen, die Schafhaltung und Zucht muss also deutlich mehr als 2000 Jahre alt sein.

Könnten wir herausfinden, wie die Schafe ausgesehen haben könnten, die das Jesuskind im Stall besucht haben??

 

Zunächst lässt sich einigermaßen zuverlässig feststellen, dass die Tierhaltung der Menschen bereits vor ca. 10.000 Jahren begann. Nur der Hund als Jagdbegleiter scheint schon vorher vom Menschen domestiziert worden zu sein. Dabei waren die Menschen von Zucht und Auslese bestimmter Eigenschaften aber noch Jahrtausende entfernt.

Erst seit etwa 5000 Jahren werden Schafe auch wegen Ihrer Wolle gehalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnt die systematische Auswahl und somit Zucht bestimmter Eigenschaften.

Lange war sich die Wissenschaft nicht einig, auf welche Wildschafe unsere Haustierrassen zurückgehen. So wurde lange angenommen, dass sowohl das Mufflon als auch das Urial zu den Stammvätern der domestizierten Schafrassen zählten.  Momentan gilt aber allgemein, dass alle Hausschafrassen vom Mufflon abstammen.

 

Es vergingen also noch weitere 3000 Jahre, bis zur Krippe im Stall zu Bethlehem und es lassen sich viele Nachweise für Schafhaltung und Zucht in der Geschichte finden.

Für das Zweistromland ist bereits in altbabylonischer Zeit (19.-16. Jh. v. Chr.) unter Rim-Sin Larsa und Hammurabi eine Schafhaltung im großen Stil bezeugt, da über den Tierbestand sorgfältig Buch geführt und bes. im Zusammenhang mit der Schur die Bestandsaufnahme jeweils aktualisiert wurde. In einem Briefwechsel wird von mehr als 1000 Arbeitskräften gesprochen, die zur Schur gebraucht wurden. Auf jeden Fall war das Wollgeschäft nachweislich eine wesentliche Stütze königlicher Macht. Weber fertigten Gewänder für den Eigenbedarf und den Export an und Wolle war sogar darlehensfähig und wurde in Silber zurückgezahlt.

Im alten Griechenland läßt sich Viehwirtschaft ab dem 07. Jh v. Ch. nachweisen, dabei  begründet sich der Reichtum des Adels auf die Anzahlt der Vieherden.

In Ägypten hingegen war Schafhaltung erst ab dem 4. Jh.v.Ch bekannt. Die Ägypter scheinen auch die Wolle nicht zur Produktion von Kleidung verwendet zu haben sondern ausschließlich das Leder.

In all diesen Quellen ist aber nie von einer Schafrasse oder deren Bezeichnung die Rede, um uns also den Schafen an der Krippe zu nähern, bleiben uns nur archäologische Funde.

Hierfür gilt als wichtigster Fundort früher Schafzucht  die nördliche Region des heutigen Iraks.

Fettschwanzschafe – Usbekistan – foto Wikipedia

Ergebnis gezielter Züchtungen ist das im Nahen Osten weit verbreitete sog. Syrische Fettschwanzschaf. Der 4-10 Kilogramm schwere Schwanz konzentriert die Reserven des Schafes an einer Stelle, ähnlich wie der Höcker beim Kamel. Der Fettschwanz ist eine reichhaltige und daher begehrte Nahrung für den Menschen gewesen, was auch seine Kostbarkeit und seine davon abgeleitete kultische Funktion als Opfergabe mitbegründet. (Quelle www.bibelwissenschaften.de  )

Die Bezeichnung Fettschwanzschaf oder Fettsteißschaf scheint uns als Bezeichnung einer Schafrasse erst einmal fremd. Mir selbst war der Begriff zuvor auch noch nie begegnet. Die weitere Recherche ergab aber, dass wir zumindest eine Rasse dieser Gattung sehr gut kennen, das Karakulschaf ist der wohl bekannteste Vertreter der Fettschwanzschafe und zumindest dessen Wolle verarbeiten wir viel.

Aufgrund der Geschichte und der Archäologischen Funde können wir also davon ausgehen, dass die Hirten in Bethlehem eine Herde Fettschwanzschafe mit sich führten. Auch wenn wie das abschließend voraussichtlich nie beweisen können.

 

Text: Margit Röhm

(diesenmonatetwaswenigerwegenweihnachtsgeschäftundso)

12. Dezember

Seit Tagen ist für alle, die auf den Weihnachtsmärkten landauf und landab stehen und ihre wunderbaren Filzwerke anbieten, eine kalte Zeit angebrochen. Kalt und Schnee und viel Wind sind nicht gerade sehr hilfreich. Natürlich sorgt Frau vor, natürlich können kleine Heizungen, Wärmflaschen, Teppche und vieles mehr helfen. Und dennoch sind wärmende Pausen wichtig, damit auch die Laune positiv bleiben darf! Und Besucher sollten auch kommen, damit er nicht zu lange wird der Tag! Ein Kalendertürchen mit wärmenden Gedanken und ganz viel Hülle!

Ich erinnere mich an eine Wintergeschichte von Max Bollinger. Da war ein Mensch der Meinung, er könne Wärme nicht teilen. Und als alle die ihn um Hilfe und Wärme gebeten hatten, verschwunden waren, da wurd es ihm doch zu einsam. Am Ende findet er all die Anderen wieder und dort ist ein wärmendes Feuer, das sie mit ihm teilen.
Wir wünschen euch für heute eine Zeit, in der ihr mit jemandem Wärme teilen könnt oder der euch von seiner Wärme etwas abgibt.

Und damit ihr auch für die Augen etwas habt, zeigen wir euch heute zwei wärmende Hüllen von zwei Filzkünstlerinnen!

Petra Sommer Erika Graf

Petra Sommer wird im kommenden Sommer (wie passend) vom 25. bis 29. Juli einen Stoff- und Jackenkurs im Rahmen des Filz-Kolleg 2018 in Soltau geben! Freut euch drauf. Mehr Informationen kommen in Kürze!

11. Dezember

Da ist ja richtig was los. Bei den kleinen Kerlen, die uns Charlotte Bösch heute präsentiert, ist fast so viel Trubel wie auf unseren Weihnachtsmärkten und in den Innenstädten. Und doch hab ich mich sofort in dieses Bild hineingeträumt. Solch ein netter Trubel wäre doch schön. Wenn wir uns jedem, der auf uns zukommt so zuwenden könnten, wie die Herren hier, wie bereichernd. Nicht mit dem Kopf in den Wühltischen der Nation, nicht mit den Augen auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen. Nicht mit den Händen an irgendeiner Ware… Wie herrlich wäre ein Moment, in dem wir sehen, wer da alles um uns ist, wenn wir ein Lächeln verschenkten oder geschenkt bekommen könnten. Was könnte alles geschehen, wenn wir wieder mal jemand die Türe aufhielten oder einfach so mal Platz machten? Zur Seite gehen, beobachten, hinhören und dann  jemanden ansprechen statt ihn „anzuhupen“ oder gar zu schupsen. Sich Zeit lassen und schauen was da kommt. Fällt schwer, ich weiß, die „To-do-Liste“ flüstert leise „Beeilung, Beeilung“. Macht nix, die flüstert auch in einer 1/4 Stunde immer noch!

Genießt es, dass es immerhin noch 12 Tage bis „Heilig Abend“ sind!

10. Dezember

Licht ist so wichtig in der dunklen Jahreszeit. Das wissen auch Heike Spiekermann, Sandra Struck-Germann und Doris Kunz, die uns diese Adventskalender-Fotos zur Verfügung gestellt haben. Und mit ihrer Lichtercollage wünschen wir euch einen wunderbaren und vor allem hellen 2. Advent – und überlassen euch für heute euren lichten Gedanken!

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden
ohne dass ihr Licht schwächer wird.
Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.
(Buddha, 560-480 v.Chr.)

9. Dezember

Ein verschneiter und zugleich trüber Samstag so mitten im Advent!Man muss aufpassen, dass einem die Gedanken nicht trübe werden. Und auf den Weihnachtsmärkten ist es heute ungemütlich – für die Menschen in den Buden fast noch mehr als für die Besucher…

Wie wäre es da mit Farben – leuchtende, fröhliche Frühling-Sommer-Herbst und Winterfarben? Filzige Farben eben? Barbara Müller liebt es, dem Filz mit Hilfe eines Schneidewerkzeugs seine bunten Geheimnisse zu entlocken und daraus Neues entstehen zu lassen. Farben sind so oft der Schlüssel zur Kreativität. Egal ob mit Filz oder Holz oder Stein oder Papier… Farben machen die Dinge sichtbar, geben ihnen eine Bedeutung, wecken unsere Aufmerksamkeit. Farben verändern ihre Wirkung, je nach dem in welchem Licht wir sie betrachten. Farben heben Stimmungen, beruhigen, bringen Schwung und helfen uns, zu entspannen. Und es gibt sie auf der ganzen Welt. Was wäre der Advent ohne Rot und Grün? Was wäre Chagall ohne sein Blau? Viele Künstler mischeten und mischen sich bis heute ihre ganz eigenen Farben. Erfahrene Filzerinnen wissen sehr wohl, um die Wirkung ihrer gemischten Farben, ihrer selbst gefärbten Stücke. Kaum etwas verleiht einer Filzarbeit so sehr Individualität, wie die ganz persönliche Wahl der Farben und Mischungen. Und gerade schreiben mich die Farben aus der „grauer Samstag“-Stimmung. Wir hoffen sehr, dass euch der kleine Ausflug in die Farben die Zeit auf angenehme Weise vertrieben hat.Und für alle, die nicht genug Farbe bekommen können für heute zeigen wir euch noch ein Bild von einem Fabeltier. Entstanden ist es bei Anne Jansen!

Und Morgen zünden wir schon die zweite Kerze am Adventskranz an.

 

8. Dezember

„Ruhestifter“ So lautet der Titel der Arbeit von Ina Birke

Schwarz und Weiß sind irgendwie immer so klar – nur beim Filzen kann man sich anstrengen, wie man will – wenn Schwarz und Weiß in einer Arbeit verbunden werden, durchdringen sie einander. Es ist schon so viel Kluges über die beiden Farben (oder sind es gar keine) geschrieben worden, ich will heute gar nicht philosophisch oder physikalisch oder literarisch werden. Ich lade euch lediglich ein, die heutige Pause, natürlich mit einem Tee in der Hand, vor diesem Bild zu verbringen. Dabei wandern vielleicht die Gedanken von Weiß nach Schwarz über Grau, bleiben an den kleinen Grenzen hängen oder mogeln sich durch die winzigen Seelenlöcher aus diesen Zeilen heraus, gehören einfach euch ganz allein….

Filzen ist einfach ein wundervolles Handwerk!

7. Dezember

Ich finde, in solch einem Adventskalender darf man ruhig mal ganz persönlich werden. Ich will heute erst einmal unsere tägliche Pause nutzen um unserem Mitglied Petra Simon, von der auch das heutige Foto stammt, zum Geburtstag zu gratulieren! Sie filzt für Kinder und mit Kindern und liebst offensichtlich Bilderbuchgeschichten. Alles gute für Dich, liebe Petra!

Und wo wir gerade dabei sind, also ich meine beim Filzen mit Kindern, da fällt mir dieses Foto aus Hohebuch in die Hände:

Beate Hufeisen und Iris Stabel haben mit Kindern diese kunterbunten Schalen im Ferienkurs erarbeiten lassen.

Nun ist ja das Filzen mit Kindern keine Entspannungszeit. Und dennoch machen wir Pause, Pause vom Perfektionsdruck. Vielleicht ist das ja auch einmal eine lohnende Auszeit. Nur probieren, experimentieren und sich Raum geben für Unvollkommenes. Farben spielen lassen und gespannt sein auf das was entsteht. Mal nicht planen… Wie wäre es? Macht ihr mit?

Und ganz leise erinnere ich auch mal an unsere Kinder-Filz-Kiste!

6. Dezember

Einen wunderbaren Nikolaustag wünschen wir euch allen von Herzen. Ich verbinde die guten Wünsche mit der Hoffnung, dass eure Stiefel großzügig bedacht, üppig gefüllt wurden. Denn obwohl die Adventszeit eigentlich eine Fastenzeit ist, darf heute „Apfel, Nuß und Mandelkern“ geschlemmt werden. Die beiden Stiefelchen, die hier so zum Befüllen einladen, hat uns Beate Bossert zur Verfügung gestellt.

Wie wäre es denn, wenn die heutige Pause einmal ein wenig ausführlicher wird, wenn wir uns eine richtige Auszeit z.B. in einem Museum gönnen würden. Zur Zeit gibt es im Museum Europäischer Kulturen zu Berlin eine Ausstellung unter der Überschrift „100 % Wolle“ oder ihr findet bestimmt auch in eurer Nähe ein Haus, das sich mit Textilkunst auseinandersetzt. Und für alle, die heute keine Gelegenheit haben, sich von alter und neuer Kunst anrühren zu lassen, haben wir noch ein paar Fotos aus dem felto in Soltau. Dieses einzigartige Haus, dass ja auch zu unseren Mitgliedern gerechnet werden darf, hat sich so ganz dem Filz verschrieben und lädt euch heute zu einem kleinen Nikolauskonzert mit besonderen Gästen und der Hauptperson selbst, ein.

Diese Ausstellungstücke und noch viel mehr kann man im felto Soltau bewundern. Sie stammen aus dem Hause Steiff und sind mehr als 100 Jahre alt.

Also auf! Ein paar Stunden Kunst zur Entspannung tut uns allen gut!

5. Dezember

Im Märchen von den Wichtelmännern kommen zwei Wichtel zu einem Schster und helfen ihm aus der Not. Jede Nacht nähen sie ihm Schuhe von so wunderbarer Qualität, dass es ihm bald besser geht. Zum Ende der kleinen Geschichte näht die Schsutersfrau den Helferlein neue Kleider.

Ich denke, in der Vorweihnachtszeit hätten wir alle gerne Besuch von solch kleinen Kerlen in der Werkstatt oder im Atelier. Dann würden sie, wir, uns sicherlich die Erlaubnis geben, sich jeden Tag den Freiraum für eine ruhige Pausenzeit zu nehmen! 😉 Oder etwa nicht?

Der kleine Wicht auf dem Foto stammt von Rotraud Reinhard, ist perfekt angezogen und gut ausgerüstet für den Schnee, der hie und da schon liegt!

Habt eine erholsame Nikolausnacht!

4. Dezember

Als mir Delia Grimm dieses Foto zuschickte, fiel mir neben der liebevollen Filzarbeit sofort der Titel ins Auge. „Warten“ stand da unter dem Bild. Wenn ihr gerade Pause macht, dann wartet ihr hoffentlich nicht darauf, dass sie zu Ende geht. Na ja, es kann ja sein, dass ihr noch auf die Pause wartet oder auf den Feierabend. Manch eine von uns wartet vielleicht heute schon auf das Wochenende und die Kinder ganz sicher auf den Nikolaus. Und irgendwie warten wir alle auf die Weihnacht.

Was machen wir eigentlich mit der Wartezeit, mit der an der Haltestelle, mit der beim Arzt oder vor dem Bürgerbüro… ? Wer schafft es, diese Zeit als Ruhezeit umzudeuten? Neue Kraft in sich zu suchen, so wie die beiden Pflänzchen in der Hülle und nicht voreilig das Ziel anzuvisieren? Warten kann so wunderbar sein und uns mit Eigenzeit beschenken, die wir uns sonst nie nehmen würden.