noch 12 Tage

Hier ist er also, der erste Beitrag zu unserer virtuellen Ausstellung “Vom Virus und andern Tieren” ! Vielen Dank Karin Twelkemeier für den Startschuss!

So, und jetzt seid ihr daran, ihr lieben Filzerinnen – wir sind auf euer Fotos mit und um den Virus gespannt… Sie werden regelmäßig veröffentlicht werden! Versprochen 🙂

noch 13 Tage

Wie ihr unschwer erkennt, heute wieder ein Auszug aus unserer Ausstellung “(Ver)Kleidung”. Wann auch immer sie beginnen wird, ein Besuch lohnt sich aus vielen Gründen. Die ungeheure Vielfalt der Filztechniken in Verbindung mit all den  Ideen darf ganz gewiss bewundert werden.

Wolle ist unser Material – Filz ist unser Produkt und unsere Ausdrucksform!

Wenn ich Barbara Eichhorns zauberhafte Leichtigkeit im Filz betrachte, dann berührt mich das und vielleicht liegt mir deshalb heute ein gewagter Satz am Herzen: Filz ist ungeheuer vielfältig, aber nicht beliebig. Nicht alles was aus Wolle gearbeitet wird ist Filz. Filz lebt von Handwerkskunst und Qualität. Achtung und Respekt gebührt dem wandelbaren Rohstoff aber eben auch der HandwerkerIn und dem Produkt, dem Gebrauchsgegenstand, dem Kunstwerk. Filz ist Kenntnisreichtum und vor allem Übung. Wir ehren Material, Produkt und Kunsthandwerkerinnen mit Ausstellungen. Aber wir ehren unser Material durch unsere Freiwillige Qualitätssicherung. Am Rande sei erwähnt, dass wir erst vor wenigen Wochen die Bestätigung vom Deutschen Patent und Markenamt bekommen haben, dass unser Qualitätslabel geschütz ist ab sofort!

Je mehr von uns sich mit dieser Idee der Freiwilligen Qualitätskontrolle verbinden um so deutlicher machen wir unseren Respekt vor dem Material Wolle und dem Produkt Filz – in seiner großen Vielfalt. Jetzt ist doch genau der richtige Zeitpunkt, sich an dieser Initiative des Filz-Netzwerks zu beteiligen! Infos findet ihr Hier

Viele von uns machen sich seit Jahren stark für die Bildung im Filz. Klingt sehr bedeutend, ist es auch. Wenn ich mir ansehe unter welchen Rahmenbedingungen wir manchmal das Filzen vermitteln, dann nötigt mir das den allergrößten Respekt ab. Alle die sich zeigen, in Kursen, in Ausstellungen, in Schulen und Kindergärten treten ein für unsere Rohstofflieferanten, für das Material, für die Kreativität und für den Filz! Was für ein Bündel an Kompetenz! Lasst uns das bewahren und ausbauen!

Schlaft gut und bleibt gesund!

noch 14 Tage

Zeitlose Blüten in Variationen von Barbara Steffen Munsberg

In einigen Teilen des deutschsprachigen Raums (wie das klingt) hat es heute morgen zu schneien begonnen, es wird wieder kühler bis kalt. Und das, obwohl auf Sommerzeit umgestellt wurde.

Mal abgesehen davon, dass es mir ganz normal erscheint, wenn im März und April das Wetter nicht so recht weiß, wohin es will, machen mir diese ständigen “Verfrühungen” wirklich zu schaffen. Schon zu Silvester sollen Schneeglöckchen das Zimmer schmücken und spätestens im Februar müssen die Frühjahrsblüher überall zu kaufen sein. Kaum stehen die ersten Primeln in den Läden schon ist Osterdeko angesagt. Wenn die Karnevalszeit nicht wäre und der Aschermittwoch würden wir von Weihnachten ungebremst in die Osterferien rasen. Und nach Ostern muss gleich die Grillsaison eingeläutet werden, es ist ja fast Sommer. So geht es das ganze Jahr weiter!

Um aus diesem Tempo auszusteigen geben wir viel Geld für Jogakurse, Achtsamkeitsseminar und Zeitmanagementbücher aus. Wir fahren in Urlaub um “endlich mal” abschalten zu können. Wir sind schon spannende Wesen.

Mir ist nach einer Geschichte, die ihr vielleicht schon kennt – mir hilft sie ab und zu, wenn… Ein glücklicher Mensch wurde mal gefragt, wie es wohl gelingen kann, glücklich zu sein, wie er das wohl mache. Die Antwort kam ohne Zögern. “Es ist ganz einfach! Wenn ich liege, dann liege ich – wenn ich sitze dann sitze ich, wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf, wenn ich gehen will, dann gehe ich und wenn ich ankomme – dann bin ich angekommen!” So ein Unsinn, das machen wir doch auch, empörten sich die Menschen! “Nein, das stimmt nicht so ganz. Wenn ihr liegt, dann sitzt ihr schon und wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon und wenn ihr geht, dann seit ihr schon angekommen und seid ihr angekommen – dann wollt ihr schon wieder los”

Noch ist Fastenzeit, noch ist es einfach auch normal, dass es regnet oder gar schneit, auch wenn Politiker Sommerzeit beschließen. Ich hatte mal einen Professor, der meinte, wir sollten lernen “gegenwartsklar” zu sein. Okay, ich gebe zu, ich übe das seit damals – also seit fast 40 Jahren. Macht aber nix, wir üben ja auch andere Dinge wie Gelassenheit oder Geduld ein Leben lang.

Übung des Tages – Wenn ich sitze, dann sitze ich! (Susanne Schächter-Heil)

Einen entspannten Sonntag wünsche ich euch! Der Montag kommt von ganz alleine 🙂

noch 15 Tage

zuHAUS -gefilzte Tasche – Delia Grimm – 18./19. Juli als Bestandteil der Filz-Kolleg 2020 in Soltau! Delia schreibt dazu : “Dieser Kurs ist Kreativ- und Technikübungsfeld gleichermaßen – verschiedenste Samples laden ein zum verspielten Gestalten”

Ob es nun dazu kommt, dass wir uns im Juli wieder auf den Weg machen können, dass wir uns persönlich begegnen können, das traue ich mich nicht vorherzusagen. Doch was auch immer sein wird, wir werden uns kümmern, dass wir nicht in der häuslichen Umgebung filzerisch auf uns allein gestellt sind. Wir versuchen Wege zu finden. Wenn ihr nicht zu den Dozentinnen kommen könnt, dann sollten diese zu euch kommen können. Drückt die Daumen, das es gelingt, Kreativität und Technikübungen sinnvoll zu transportieren…

Was ist eigentlich ein Zuhause? Ist Zuhause verbunden mit einer Adresse, mit bestimmten Raumaufteilungen, mit Möbeln, die niemand sonst so zusammen gestellt hat? Ist Zuhause ein Gefühl der Berechenbarkeit, ein Ort, den man im Dunkeln wieder findet? Ist Zuhause nur dort, wo ich aufgewachsen bin? Ich lese/höre so oft, dass ein Mensch sagt, “dort (wo auch immer das ist) sei er/sie nie richtig angekommen. Das wurde nie sein Zuhause… Was macht einen Ort, eine Wohnung, ein Haus zu einem Zuhause?

Ist Zuhause das gleiche wie Heimat? Ist Zuhause Idylle oder gar romantisch verklärter Glücksort. Was ist für euch das Zuhause?

Für mich ist es ein Ort, an dem ich meine Vorstellungen von Raum und Wärme verwirklichen kann. Dieses Zuhause, welches Zufluchtsort, Hülle und Schutz bedeutet, das mit wertvollen Erinnerungen angefüllt ist, das Arbeitsraum ist, Ruheraum, Familiennest und der Ort, an dem ich meinen Tränen freien Lauf lassen kann. Zuhause ist für mich immer dort, wo meine Herzensmenschen sind – die Möbel sind nur Ausdruck eines Zeitgeistes. (Wir haben heute keine “schicken” Sessel mehr sondern bequeme…) Menschen füllen mein Zuhause mit dem Leben, das ich brauche um mich selbst zu spüren, mich lebendig zu fühlen. Ach ja, und das ist der Ort, an dem mich niemand zwingen kann, Fenster zu putzen.

Denkt dran, wir haben Wochenende und heute Nacht wird mal wieder die Zeit ungestellt…

noch 16 Tage

Was ihr hier seht, ist ein kostbares Filz-Kunstwerk für unsere geplante und so sorgfältig vorbereitete Wanderausstellung ” Ver-Kleidung”. Ab dem 17.04. sollten in Mindelheim alle weiteren Arbeiten zu betrachten, zu bestaunen, sein. Wir hatten ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant und vorbereitet – doch wie so oft in diesen Tagen – der Termin wurde erst einmal abgesagt. Es ist wie es ist – wie und wann es weitergehen kann – wir informieren euch ganz sicher und wir machen euch ein wenig Appetit mit dem einen oder anderen Foto aus dem Katalog.

Jetzt aber mal zu diesem “sportlichen Schweinehund”. Ich möchte nicht wissen, welche Gedanken ihm gerade durch den Kopf gehen, denn ich stelle mir gerade vor, dass er in der Türe steht und überlegt, ob er nun wirklich loslaufen soll oder ob es nicht doch noch etwas zu kühl ist, für solche gewagten Aktionen.

Jetzt gibt es zwei Alternativen, wie so oft im Leben. Einmal entscheidet er sich dafür, all seinen Willen zusammenzuklauben und ganz einfach los zu laufen:

” Ich hab es geahnt, es ist einfach noch zu kühl und diese Straße, nee, das ist nix für meine Füße. Irgenwo gings doch hier ab in den Wald? Ah, da ist ja der Abzweig, hier muss es langgehen. Das soll ein Wald sein? Grün ist hier aber noch nix und die Kieferzapfen pieksen an den Füßen. Warum bin ich nur losgelaufen? Von wegen gesund, wer dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat, gehört doch … ach egal. Um Hiommels Willen, jetzt kommen mir auch noch Leute entgegen und einen Hund haben sie auch noch dabei. Platz daaa! Uff, das ist ja noch mal gut gegangen, aber knapp. Irgendwie hab ich mir das alles ganz anders vorgestellt.” Zehn Minuten danach begegnet ihm eine zauberhafte Schweinehunddame im pinken Laufanzug. Die Selbstgespräche werden wir jetzt nicht mehr belauschen. In dieser Geschichte würde er übrigens Abends eher einen Smoking anziehen … aber wer weiß.

Die andere Geschichte endet im Schlafanzug auf dem Sofa mitsamt eine Tüte Chips oder was sportliche Schweinehunde so mögen. “Jetzt lieg ich wieder wie immer hier rum. So ein Quark, kein anständiges Buch zu Hause, nix im Fernsehen und im Radio reden sie über den Wert einer sportlichen Aktivität am Tag. Geht es noch? Ihr spinnt ja wohl, von wegen Sitzen ist das neue Rauchen. Jetzt kann man noch nicht einmal mehr in ruhe irgendwo sitzen und seinen wohlverdienten Feierabend genießen. Frechheit.”

Ach übrigens, die Dame im rosa Laufanzug ist an diesem Abend leider nicht vorbei gekommen. Sie saß in der Oper mit dem Wolf im Schafspelz.

Manchmal ist es doch nicht so verkehrt, wenn man sich einen Ruck gibt. Gebt ihr euch einen Ruck und filzt uns einen Virus oder ein anderes Tier! Maria Sagurna hat sich das gewünscht – wir könnten so eine kleine virtuelle Ausstellung veranstalten. Sagt mal was dazu!