6. Dezember

Nikolaustag. Stiefeltag. Kinderwundertag. Schokoladentag…

Es gab ihn ja wirklich, den Nikolaus. Er soll sein Vermögen verschenkt haben um vielgestaltige Not zu lindern. Und das was wir heute mit viel Süßkram, Nüssen und anderen Leckereien begehen, ist sein angeblicher Todestag. So genau weiß das niemand – dennoch feiern wir ohne Feiertag einen Menschen, der trotz seiner hohen Stellung seine Welt immer von der Basis aus betrachtet hat. Er wird nicht für Palastbauten oder große Kriege gefeiert, er hat keine berauschenden Schriften hinterlassen, er hat sich einfach um seine Mitmenschen gekümmert. Er hat offensichtlich gerne geschenkt. Es müssen ja keine Millionen sein, Schenken kann so erfüllenden sein, wenn wir nicht glauben, eine Pflicht erfüllen zu müssen. Es ist schon eine Krux mit dem Schenken. Sinnvoll schenken, was Besonderes sollte es schon sein und gewürdigt werden muss es auch noch. Dann erst scheint der Akt des Schenkens gelungen.

Als Kinder mussten wir uns vor dem Schenkenden aufstellen und laut “Danke” sagen. Wehe, wir haben es vor lauter Glück vergessen. Dann haben die Eltern sofort interveniert. Und dann war ich raus aus dem Glück. Erst der Knicks, dann die Begeisterung und die war dann weg… leider. Man hat sich beobachtet gefühlt, ob man sich auch genug freut. Ob man das große Opfer zu würdigen weiß. Ist es da ein Wunder, dass ich heute, wenn ich gefragt werde, ob ich mir was wünsche, ganz ratlos dastehe? Geht es euch nicht auch so, dass man nicht sagen will: “Kauf mir was und ich freu mich dann angemessen darüber!” Ich weiß, ich ahne es schon. Natürlich will man keine Geschenke, über die man sich dann doch nicht freuen kann. Natürlich soll das Schenken einen Sinn machen… Aber warum eigentlich? Schenken ist doch für sich alleine schon Sinn und ein kleines Alltagswunder. Loslassen können, sich jemandem zuwenden und ihm – nicht zuletzt – Aufmerksamkeit schenken, von meiner Zeit etwas abgeben um für einen anderen Menschen einen Moment des Beschenktwerdens zu gestalten. Vielleicht sieht man oft nur das Materielle, das von Hand zu Hand geht, doch Schenken ist viel mehr, finde ich. Was ihr auch immer auf euren Tellern oder in euren Stiefeln gefunden habt, jemand hat es sich für euch ausgedacht, es für euch besorgt oder hergestellt und euch bedacht!

Susanne Breuling hat uns heute mit den bunten Stiefelchen bedacht und mich ganz persönlich dadurch beschenkt, als sie das Foto ausgesucht hat.

Altdorf, Elvira

Innovative Filzmode el.vira

Mein Ziel ist, dieses Traditions- handwerk mit innovativer Moderne zu verbinden, eine alte Technik in zeitgemäßer Form umzusetzen, und dadurch meine feinen Stoffe entstehen zu lassen.
Die Leidenschaft für die Zartheit feiner Filzwerke treibt mich an und prägt mein kreatives Schaffen – mein Schwerpunkt liegt dabei im Bekleidungsfilz. Ich verwende vorwiegend hochfeine Merinowolle und elegante Seide, denn vor allem diese Fasern begeistern und inspirieren mich. Doch auch das Zusammenspiel anderer Materialien mit Filz oder ihr Einfärben machen mir eine experimentelle Arbeit möglich. So entstehen meine ganz eigenen Farbstrukturen beim Färben und Filzen.

Inspirierende Symbiose – ein kleiner Bericht

Verschmelzung zweier Fachbereiche zu einer effektiven Einheit

Ich möchte mich kurz vorstellen und Ihnen von einer erfolgreichen Zusammenarbeit berichten.
Mein Name ist Maria Radewahn und ich bin gelernte Produktdesignerin. Ich setze mich mit verschiedenen traditionellen Handwerkskünsten und Materialien auseinander.
Mein Schwerpunkt  liegt in der Verarbeitung von Schafwolle. Letztes Jahr, während meiner Abschussarbeit, entfachte die Leidenschaft für das Material und deren Weiterverarbeitung zu Filz. Mir liegt es am Herzen, dass das Material einen Platz im Alltag der Menschen wiederfindet. Es ist ein nachhaltiges Material und zukünftig für Mensch und Natur unverzichtbar. Daher ist es wichtig das Handwerk und das Material zu aktualisieren und es überzeugend in das zukünftige Leben zu integrieren.
Dies gelingt, wenn von Beginn an ein aussagekräftiges und überzeugendes Image entsteht.
Mittels  Produkte,  welche wir für das alltägliche Leben benötigen, möchte ich das Ziel erreichen.
Doch gelingt die Überzeugung nicht nur mit einem wirkungsvollen Design und einer verständlichen Kommunikation, sondern auch mit einer qualitativ hochwertigen Entwicklung und Fertigung der Produkte.
In Zusammenarbeit mit zwei ausgebildeten Filzerinnen, Ulrike Wieland und Susanne Breuling, entstand ein werthaltiger Austausch.
Ihr detailliertes Fachwissen über das Material und die Fertigung sind eine bereichernde Ergänzung meiner Arbeit. Die Entwicklung der neuen Produkte, wie auch die Fertigung, ermöglichen eine strukturierte Vorgehensweise. Daraus folgen optimale Ergebnisse.
Die entstandenen Produkte spiegeln die fundierte Arbeit in jedem Detail wieder.
In unserer gemeinsamen Arbeit entstehen gegenwärtig zwei verschiedene Produkte.
Wenn Sie neugierig sind besuchen Sie mich gern an den ersten beiden Adventswochenenden auf dem Markt in Potsdam im Garten der Kolonie Alexandrowka. Dort können Sie die Produkte von Ulrike, Susanne und mir mit eigenen Augen bestaunen.

6. Dezember

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Einen fröhlichen Nikolaustag wünschen wir Euch mit dieser Filzarbeit von Susanne Breuling. Ursprünglich Bilder und traditionelle Themen aufzugreifen und sie im Filz neu zu interpretieren ist eine besondere Stärke unserer Filzerinnen. Und hier kann man sehen, wie aus Bergschafwolle und handwerklichem Geschick ein Nikolaussäckchen entstanden ist, dass uns sofort in die Kinderzeit zurück versetzt.

Adventliche Grüße