noch 13 Tage

Wie ihr unschwer erkennt, heute wieder ein Auszug aus unserer Ausstellung “(Ver)Kleidung”. Wann auch immer sie beginnen wird, ein Besuch lohnt sich aus vielen Gründen. Die ungeheure Vielfalt der Filztechniken in Verbindung mit all den  Ideen darf ganz gewiss bewundert werden.

Wolle ist unser Material – Filz ist unser Produkt und unsere Ausdrucksform!

Wenn ich Barbara Eichhorns zauberhafte Leichtigkeit im Filz betrachte, dann berührt mich das und vielleicht liegt mir deshalb heute ein gewagter Satz am Herzen: Filz ist ungeheuer vielfältig, aber nicht beliebig. Nicht alles was aus Wolle gearbeitet wird ist Filz. Filz lebt von Handwerkskunst und Qualität. Achtung und Respekt gebührt dem wandelbaren Rohstoff aber eben auch der HandwerkerIn und dem Produkt, dem Gebrauchsgegenstand, dem Kunstwerk. Filz ist Kenntnisreichtum und vor allem Übung. Wir ehren Material, Produkt und Kunsthandwerkerinnen mit Ausstellungen. Aber wir ehren unser Material durch unsere Freiwillige Qualitätssicherung. Am Rande sei erwähnt, dass wir erst vor wenigen Wochen die Bestätigung vom Deutschen Patent- und Markenamt bekommen haben, dass unser Qualitätslabel geschützt ist, ab sofort!

Je mehr von uns sich mit dieser Idee der Freiwilligen Qualitätskontrolle verbinden, um so deutlicher machen wir unseren Respekt vor dem Material Wolle und dem Produkt Filz – in seiner großen Vielfalt. Jetzt ist doch genau der richtige Zeitpunkt, sich an dieser Initiative des Filz-Netzwerks zu beteiligen! Infos findet ihr Hier

Viele von uns machen sich seit Jahren stark für die Bildung im Filz. Klingt sehr bedeutend, ist es auch. Wenn ich mir ansehe unter welchen Rahmenbedingungen wir manchmal das Filzen vermitteln, dann nötigt mir das den allergrößten Respekt ab. Alle die sich zeigen, in Kursen, in Ausstellungen, in Schulen und Kindergärten treten ein für unsere Rohstofflieferanten, für das Material, für die Kreativität und für den Filz! Was für ein Bündel an Kompetenz! Lasst uns das bewahren und ausbauen!

Schlaft gut und bleibt gesund!

noch 20 Tage

Was fangen wir an mit Zeit? Mich bewegt diese Frage schon seit vielen Jahren beruflich wie privat. Es sind 24 Stunden pro Tag, die vergehen, ob ich das registriere oder nicht. Weg sind sie. 24 Stunden müssen reichen für Schlaf, für all die Grundbedürfnisse und für die Sahnehäubchen obenauf. 24 Stunden füllen oder verstreichen lassen, verschlafen oder anpacken. Ist Zeit eigentlich ein Wert an sich? Wird Zeit wertvoller, weil wir sie im Kalender festschreiben, in Scheibchen aufteilen und mit gewichtigen Überschriften versehen? Ich bin keine Philosophin und keine Physikerin. Dennoch gibt es eine Gewissheit – ich kann sie nicht festhalten, die Zeit. Sie vergeht. Selbst Wasser kann ich sammeln, auffangen und speichern. Zeit gewinnen zu wollen ist eine Illusion. Jeder Vorgang, den ich rationalisiere, spart Zeit. Aha! Und dann? Gibt es sie wirklich, die Zeitsparkasse? Ich hab sie noch nicht gefunden. Und dann frage ich in jedem Seminar, was man wohl macht mit der gewonnen Zeit? Wollen sie wirklich mehr Zeit? Was fangen wir an mit Zeit?

Ich bin für ein Experiment: Wir leben ein paar Tage nach unserer inneren Uhr. Wenn Hunger, dann Essen; wenn Neugierde, dann lernen oder forschen; wenn Lust dann lieben; wenn Ruhebedürfnis dann Rückzug und wenn Müdigkeit dann Schlaf. Wir machen einfach mal, was unsere innere Stimme sagt und wenn die tätig sein will, dann wird sie uns das schon spüren lassen. Können wir das überhaupt aushalten? Können wir diese innere Stimme überhaupt noch hören? Wenn nicht jetzt, wann dann?!?

Und wenn ihr den unwiderstehlichen Drang verspürt, Fenster zu putzen, dann macht das. Nicht rechtfertigen, einfach tun. Und wenn ihr lieber sticken wollt, dann stickt. Geben wir unseren inneren Stimmen eine Chance!

Dieser Tage hat in unserer wunderbaren Gemeinschaft ganz spontan jemand auf seine innere Stimme gehört und eine Spende auf den Weg gebracht, damit Kolleginnen, die es gerade besonders “dicke” trifft, keine Sorge haben müssen, wenn sie ihren Vereinsbeitrag zur Zeit nicht zahlen können. Wir wollen zusammen bleiben und füreinander einstehen. Ich hab erst einmal meine Zeit damit verbracht, meiner inneren Stimme die Tränen zu erlauben. Ich bin so dankbar, in einer solchen Gemeinschaft meine Zeit zu verbringen. Wir sind nicht nur kreativ mit Wolle sondern vor allem im Umgang miteinander. Und immer, wenn wir Zeit miteinader verbringen, sind wir anschließend bereichert! Danke an alle, die diese Gemeinschaft durch die Zeit tragen!

noch 21 Tage

Der grüne Frühling von Annemie Koenen

Heute am Sonnatg habe ich einen Grußtext für euch von Annemie Koenen, die schon viele Jahre zu unserer Mitgliedschaft gehört und das Filz-Netzwerk in den Niederlanden bekannt macht. Viel von uns haben durch sie ihre Leidenschaft für das Sticken entdeckt. Schaut einfach mal bei ihr vorbei!

Wir leben gerade in einer unwirklichen Zeit und wissen nicht, wie lange es dauern wird. Aber neben den Sorgen um Gesundheit und Lebensunterhalt entstehen auch viele neue herzerwärmende und kreative Ideen, um den Menschen um uns herum zu helfen.
Lasst uns positiv mit der aktuellen Situation umgehen. Jeder Nachteil hat auch seinen Vorteil.
Und zusammen sind wir stark!
Manchmal kann es sein, wenn wir auf einen solchen Nullpunkt zurückgeworfen werden, um neue Dinge hervorzubringen, an die wir sonst überhaupt nicht gedacht hätten. Der Frühling ist da! Wir können die frische Luft draußen atmen. Mit weniger Stickstoff, weil weit weniger Autos fahren. Die Sonne scheint. Die Knospen entspringen und verkünden neues Leben im Zyklus des Jahres.

Gute Gesundheit und viele kreative Ideen für alle.
Ganz liebe Grüße, Annemie

Noch 25 Tage

Ab heute sind es noch 25 Tage bis Ostern. Klingt irgendwie vertraut. Und Vertrautes brauchen wir gerade so dringend. Jeden Tag verschieben sich die Gewissheiten, die Verlässlichkeiten und unsere Pläne sind gerade erst gemacht, schon wieder reif für die Tonne.

Erinnert sich jemand daran, dass wir gerade Fastenzeit haben, eine Zeit des Verzichts, der inneren Einkehr? Wir sind im Augenblick so damit beschäftigt, Schritt zu halten mit den Neuigkeiten, von der Hand in den Mund zu leben, dass wir alles andere kaum noch würdigen. Und egal was auch immer noch kommt, es gibt sie, diese Gewissheiten, die Verlässlichkeiten. Wir wollen aus den verschiedensten Gründen mit euch im Gespräch bleiben, euch mit zauberhaften Bildern von Arbeiten erfreuen, die unsere Filz-Künstlerinnen erarbeitet haben. Wir fasten Nachrichten, erschreckende Zukunftsvisionen und die Beschimpfungen im Netz – jeder gegen jeden! Dafür erleben wir mit euch Kreativität und zeigen mit jedem Bild, was alles möglich ist – wie Zukunft aussehen kann und wir starten ein Filzerinnen-Selbsthilfeprogramm! Wir halten nämlich zusammen, tauschen uns aus und unterstützen einander!

Margit Röhm hat die Fastenzeit für sich ganz neu interpretiert und spielt mit den bescheidenen Wesen, die in den gesunden Wurzelgemüsen so drin stecken. Wer mitspielen will: Hier gehts lang!

Ich freu mich auf die nächsten 24 Tage!

31. Dezember 2019

Prosit Neujahr!

Nur noch wenige Stunden, dann verabschiedet sich das alte Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen und tauscht seinen Platz nicht nur mit einem neuen Jahr sondern auch mit einem ganz neuen Jahrzehnt. In diesem Jahr wird das Filz-Netzwerk 15 Jahre alt und ich finde durchaus, das ist ein Grund zum Feiern.

Wenn mich jemand fragen würde, was mich an diese Gemeinschaft bindet, dann würde ich als allererstes sagen: Freundschaft! Es ist diese ganz besondere Art der Filzerinnen, sich stetig auf die Suche nach Neuem, neuen Ideen, neuen Wollen, neuen Wegen und auch nach neuen Menschen zu machen. Filzerinnen sind sehr oft sehr alleine. In unseren Breiten filzen wir selten in Gemeinschaft. Das hat viele Gründe und deshalb ist jedes Treffen immer eine unglaubliche Bereicherung.

Und dann ist da der Austausch und die Kooperation, die immer auch Wertschätzung bedeutet. Wir lernen voneinander, wir inspirieren einander, wir beauftragen einander und wachsen gemeinsam. Da kommt dann ein Ruf aus dem Schwarzwald nach Brandenburg und schon beginnt das Tüfteln, Experimentieren und am Ende die riesige Freude über die gelungenen Projekte. Wir sind so oft ein Gewinn füreinander und wir sorgen dafür, dass niemand alleine bleibt auf seinem Filzweg.

Wir haben noch viel vor!

Neben der bewährten Arbeit mit Kindern, den Filz-Kollegs, unseren Filz-begegnungen und  Regionaltreffen, unserer Öffentlichkeitsarbeit und der Qualitätssicherung wollen wir einen bundesweiten Tag der offenen Filzwerkstatt ins Leben rufen, Ausstellungen organisieren und international vernetzen ….  macht einfach mit, verstärkt unsere Runde

Auf ein gutes neues Jahr!