noch 17 Tage

Wie bereits angekündigt und in die Tat umgesetzt wollen wir hoffnungsfroh immer wieder mal auf unser Filz-Kolleg in Soltau aufmerksam machen und euch die einzelnen Workshops vorstellen. Heute geht es um den Shyrdak-Workshop mit Meike Raßbach. Sie hat ansprechende Fotos mitgebracht und ich überlasse ihr jetzt den Schreibraum:

“Ein Shyrdak ist ein traditioneller kirgisischer Teppich, der aus Filzplatten hergestellt wird. Die Kasachen nennen ihn Syrmak. Das charakteristische Muster entsteht durch den „Positiv-Negativ-Tausch“ von Filzteilen und deren anschließendes Zusammenfügen. Die Motive sind traditionell der Natur entlehnt. Die Technik eignet sich auch für Bekleidung, Taschen oder Kissen und vieles mehr.” (Auszug aus meiner Anleitung in der FilzFun Special Nr. 5)

Wie der Shyrdak mich fand

Schon als Kind gefielen mir die Muster aus Zentralasien. Sie waren auf Teeschalen und Briefmarken, die ich von meiner damaligen Brieffreundin aus Alma-Ata (heute Almaty) in Kasachstan erhielt. Groß war die Freude, als ich in der FilzFun 2/15 den Bericht über eine Kirgistanreise mit der Frage, ob es Interessenten für eine weitere Reise gäbe, fand. Tatsächlich brach ich im August 2016 gemeinsam mit einer Gruppe auf nach Kirgistan, ein Land, dass ich bisher nur aus den bewegenden Romanen Tschingis Aitmatows kannte. Ich träumte vom Issyk-Kul, dem zweitgrößten Gebirgssee der Erde auf über 1600 m Höhe, von Jurten und Pferden. Die Reise war spannend und zeigte viele Facetten des kirgisischen Lebens.

Ja, und dann saßen wir alle am 5. August 2016 in der Wohnung einer Kirgisin und lernten, wie ein Shyrdak entsteht. Das ist eigentlich nicht schwer, braucht aber einige Geduld. Wir hörten nicht nur wie die Muster in die imposanten Werke kommen, sondern auch was sie bedeuten.

Jede Frau folgt ihren eigenen Ideen und hat ihre ganz eigene Handschrift. Die Motive, die miteinander kombiniert werden, haben immer eine positive Bedeutung und einen engen Bezug zum meist einfachen Leben der (meist ehemaligen) Nomaden und zur atemberaubenden kirgisischen Landschaft.

Fasziniert vom Erlebten gebe ich mittlerweile Kurse in der Herstellung der wunderbaren Teppiche – die jedoch aufgrund des immensen Aufwands bisher nur die Größe von Sitzkissen erreichten. Der nächste Kurs ist für das Filz-Kolleg 2020 vom 13. bis 15. Juli in Soltau geplant.

Für ganz eilige gibt es meine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der aktuellen FilzFun Special Nr. 5.

Meike Raßbach 

noch 24 Tage

Meiter-Klasse Ricarda Aßmann
Meisterklasse – Ricarda Aßmann

Heute Morgen durfte ich einem virtuellen Gespräch zweier Frauen lauschen, die ich beide sehr mag und schätze. Die Unterhaltung drehte sich um die Ausnahmesituation, in der wir gerade stecken und um deren Folgen auf die eigene Verfassung. Wir alle tun uns offensichtlich sehr schwer mit diesem Moment. Da kommen zu der berechtigten Sorge um die Gesundheit so viele andere Aspekte dazu, die uns die Zuversicht rauben. Viele unbeantwortete Fragen, Mitmenschen die alles besser wissen, selbsternannte Oberlehrer und bösartige Schuldzuschreibungen… Wir Menschen sind so gestrickt. Negativer Stress schaltet das Großhirn ab und auf uralte Instinkte um – auf Aggressionen, Fluchtinstinkte, Wut und manchmal Verzagtheit bis hin zur Resignation. Um so wichtiger ist es jetzt, dem Großhirn wieder was zu tun zu geben und die Instinkte mal in Urlaub zu schicken – wenn wir selbst schon nicht fahren dürfen.

In den kommenden Tagen werden wir die Urinstinkte mal fasten und uns mit wunderbaren Dingen beschäftigen!” Was haltet ihr davon?

Wir können unser Großhirn herausfordern, indem wir etwas neues lernen! Ricarda Aßmann zum Beispiel hat ein umfangreiches Tutorial erstellt für einen Wandbehang. Es fordert einen heraus und das ist gerade besonders wichtig: Positive Herausforderungen! Hier könnt ihr mehr darüber erfahren: Tutorial Collage. Ihr habt auf diesem Weg die Gelegenheit ein erfahrene Dozentin zu euch nach Hause einzuladen. So spart ihr Fahrtkosten und unterstützt gleichzeitig Ricarda und die hervorragende Plattform.

Die Verbindung zwischen Hand und Hirn stimmuliert die Endorphine und die heben die Stimmung. Und es ist gerade einfach erlaubt, sich für alles Zeit zu nehmen, sich Zeit zu schenken für etwas, was man sonst nie macht. Ihr dürft verrückt sein. Verrückt kommt von verrücken – vom “Anders-Machen”, vom “Gegen den Strom schwimmen”. Auch ohne die besonderen Rahmensetzungen ist die Fastenzeit Raum für einen anderen Lebensstil! Sich auszutesten, den Haushalt links liegen lassen, mal einen Sofatag einzulegen, die Badewanne zu besetzen und mehr Schaum zu schlagen als sonst – und dann etwas Kreatives tun – unbezahlbar – und für alles andere gibt es unsere Freunde und Familien, Briefpapier und Telefone!

Bleibt gesund!

Kunzfeld, Michaela

Ich lebe mit meiner Familie in Kainbach b. Graz. Hauptberuflich arbeite ich – leidenschaftlich gerne – in einem Reisebüro. Schon immer war ich kreativ in alle Richtungen tätig, das Ausprobieren neuer Basteltechniken war eine richtige Sucht. Vor ein paar Jahren habe ich dann das Filzen für mich entdeckt, noch heute kann ich mich an das Gefühl erinnern endlich angekommen zu sein! Ich liebe die unendliche Vielfalt der verschiedenen Wollsorten und deren Farben! Das Bedürfnis zu Experimentieren ist mir aber auch beim Filzen geblieben, die Kombinationsmöglichkeiten mit Fremdmaterialen und verschiedensten Techniken faszinieren mich jeden Tag aufs Neue. Nachdem mich das “Filzfieber” gepackt hat, habe ich sämtliche Bücher und Fachzeitschriften über das Filzen studiert, die ich finden konnte, habe Kurse besucht und natürlich sehr viel gefilzt. Aber irgendwann hat mir das alles nicht mehr gereicht und ich habe mich für die 3jährige Filzerausbildung an der Filzschule Oberrot entschlossen, die im Juli 2014 mit einer Abschlußausstellung geendet hat. Diese Entscheidung war sicher eine der besten, die ich je getroffen habe! Die Wochen an der Filzschule waren für mich wie das Paradies auf Erden. Das Arbeiten mit der Wolle strahlt ein unglaubliches Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit aus. Diese Erfahrung möchte ich möglichst vielen Menschen weitervermitteln – wenigstens im kleinen Rahmen.
Mein größter Wunsch ist es, ein “Filzerzentrum” in Österreich zu gründen um Interessierten den Zugang zum Filzen zu ermöglichen. Dort sollen qualitativ hochwertige Tages- und Mehrtageskurse von nationalen und internationalen Dozenten gehalten werden, die den Teilnehmern ein paar “Entschleunigungstage” bescheren und bei denen sie nebenbei auch Kraft für den schnell-lebigen Alltag sammeln können.

Meine Ausbildung

Ausbildung / besuchte Kurse:

  • Fundierte 3jährige, berufsbegleitende Filzausbildung an der Filzschule Oberrot mit Inge Bauer, Lyda Rump und Beatriz Schaaf-Giesser – Grundlagen zum Filzen von Flächen, Oberflächengestaltung, dreidimensionales Filzen, Bekleidung und Accessoires, Raumgestaltung – Abschlussarbeit “101 Taschenklappe”
  • Wollgenuss(Ö):  div. Kurse Taschen, Hüte, Patschen
  • Michaela Harb (Ö): Nunoschals
  • Michaela Harb (Ö): Hausschuhe, auf den Fuß gefilzt
  • Rotraud Reinhard (Dtl): Bauernhoftiere, naß gefilzt
  • Rotraud Reinhard (Dtl): Handpuppen
  • Rotraud Reinhard (Dtl): Steckenpferde
  • Maria Sohm u Hanna Peters (CH): Blumenkinder, Vögel u. Schmetterlinge
  • Brundhilde Scheidmeir u Fritz Jeromin (Dtl): Fototransfer mit Lavendelumdruck auf Filz
  • Brunhilde Scheidmeir (Dtl): Färben von Wolle u Seide
  • Brunhilde Scheidmeir (Dtl): Spiralschals
  • Gabriele Breuer (Dtl): Färben
  • Anne Lang (Dtl) online-Kurs: “crazy stitching” auf Filz / Malen mit der Nähmaschine
  • Sandra Funk (CH): Straßenschuhe
  • Renate Maile-Moskowitz (USA): Mokkasins
  • Susanne Schächter-Heil (Dtl): Seminarleiterausbildung “Leitung kreativer Kurse”, 2tlg.
  • Annette Quentin-Stoll (Dtl): Ornamente-Technik
  • Annette Quentin-Stoll (Dtl): Oberflächengestaltung
  • Nina Demidova (RUS): Nunofilzkleid aus 30 gr Wolle/elastischer Filz
  • Gerlinde Merl (Ö): Tubes, textile Rohre
  • Inge Bauer (Dtl): Lederknüpfen in Kombination mit Filz
  • Lisa Klakulak (USA): Fabric Fusion
  • experimentelles Filzen in der Gruppe (Dtl)
  • Nina Demidova (RUS): Alpakajacke
  • Diana Nagorna (RUS): Taschen
  • Lyda Rump (NL): experimentelles Filzen in der Gruppe

 

www.filz-kunzt.at

 

Altdorf, Elvira

Innovative Filzmode el.vira

Mein Ziel ist, dieses Traditions- handwerk mit innovativer Moderne zu verbinden, eine alte Technik in zeitgemäßer Form umzusetzen, und dadurch meine feinen Stoffe entstehen zu lassen.
Die Leidenschaft für die Zartheit feiner Filzwerke treibt mich an und prägt mein kreatives Schaffen – mein Schwerpunkt liegt dabei im Bekleidungsfilz. Ich verwende vorwiegend hochfeine Merinowolle und elegante Seide, denn vor allem diese Fasern begeistern und inspirieren mich. Doch auch das Zusammenspiel anderer Materialien mit Filz oder ihr Einfärben machen mir eine experimentelle Arbeit möglich. So entstehen meine ganz eigenen Farbstrukturen beim Färben und Filzen.

Leipzig im Wollerausch…

…. und das Filz-Netzwerk mitten drin!

So kann es auf dem Leipziger Messegelände aussehen – dann so

und irgendwann dann so und so…

und wir waren glücklich hier:

Wir sind kaum zum Fotografieren gekommen, denn es gab tolle Gespräche, viele positive Kontakte, interessierte Fragen, unglaublich großes Interesse an Rohwolle und fleißige Workshopteilnehmerinnen. Wir sind ganz sicher: “Wir kommen wieder im Jahr 2019. Termin 13. und 14.04.19”

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Christine Manitz, die das Wollefest organisiert und “im Zaum” hält. Ganz große Klasse! Und wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützt, ermutigt und besucht haben!

Dabei waren: Petra Ueberfeld, Barbara Steffen-Munsberg, Sabine Reichert-Kassube, Barbara Müller und Susnne Schächter-Heil