11. Dezember

Da ist ja richtig was los. Bei den kleinen Kerlen, die uns Charlotte Bösch heute präsentiert, ist fast so viel Trubel wie auf unseren Weihnachtsmärkten und in den Innenstädten. Und doch hab ich mich sofort in dieses Bild hineingeträumt. Solch ein netter Trubel wäre doch schön. Wenn wir uns jedem, der auf uns zukommt so zuwenden könnten, wie die Herren hier, wie bereichernd. Nicht mit dem Kopf in den Wühltischen der Nation, nicht mit den Augen auf der Suche nach dem nächsten Schnäppchen. Nicht mit den Händen an irgendeiner Ware… Wie herrlich wäre ein Moment, in dem wir sehen, wer da alles um uns ist, wenn wir ein Lächeln verschenkten oder geschenkt bekommen könnten. Was könnte alles geschehen, wenn wir wieder mal jemand die Türe aufhielten oder einfach so mal Platz machten? Zur Seite gehen, beobachten, hinhören und dann  jemanden ansprechen statt ihn „anzuhupen“ oder gar zu schupsen. Sich Zeit lassen und schauen was da kommt. Fällt schwer, ich weiß, die „To-do-Liste“ flüstert leise „Beeilung, Beeilung“. Macht nix, die flüstert auch in einer 1/4 Stunde immer noch!

Genießt es, dass es immerhin noch 12 Tage bis „Heilig Abend“ sind!

10. Dezember

Licht ist so wichtig in der dunklen Jahreszeit. Das wissen auch Heike Spiekermann, Sandra Struck-Germann und Doris Kunz, die uns diese Adventskalender-Fotos zur Verfügung gestellt haben. Und mit ihrer Lichtercollage wünschen wir euch einen wunderbaren und vor allem hellen 2. Advent – und überlassen euch für heute euren lichten Gedanken!

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden
ohne dass ihr Licht schwächer wird.
Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.
(Buddha, 560-480 v.Chr.)

9. Dezember

Ein verschneiter und zugleich trüber Samstag so mitten im Advent!Man muss aufpassen, dass einem die Gedanken nicht trübe werden. Und auf den Weihnachtsmärkten ist es heute ungemütlich – für die Menschen in den Buden fast noch mehr als für die Besucher…

Wie wäre es da mit Farben – leuchtende, fröhliche Frühling-Sommer-Herbst und Winterfarben? Filzige Farben eben? Barbara Müller liebt es, dem Filz mit Hilfe eines Schneidewerkzeugs seine bunten Geheimnisse zu entlocken und daraus Neues entstehen zu lassen. Farben sind so oft der Schlüssel zur Kreativität. Egal ob mit Filz oder Holz oder Stein oder Papier… Farben machen die Dinge sichtbar, geben ihnen eine Bedeutung, wecken unsere Aufmerksamkeit. Farben verändern ihre Wirkung, je nach dem in welchem Licht wir sie betrachten. Farben heben Stimmungen, beruhigen, bringen Schwung und helfen uns, zu entspannen. Und es gibt sie auf der ganzen Welt. Was wäre der Advent ohne Rot und Grün? Was wäre Chagall ohne sein Blau? Viele Künstler mischeten und mischen sich bis heute ihre ganz eigenen Farben. Erfahrene Filzerinnen wissen sehr wohl, um die Wirkung ihrer gemischten Farben, ihrer selbst gefärbten Stücke. Kaum etwas verleiht einer Filzarbeit so sehr Individualität, wie die ganz persönliche Wahl der Farben und Mischungen. Und gerade schreiben mich die Farben aus der „grauer Samstag“-Stimmung. Wir hoffen sehr, dass euch der kleine Ausflug in die Farben die Zeit auf angenehme Weise vertrieben hat.Und für alle, die nicht genug Farbe bekommen können für heute zeigen wir euch noch ein Bild von einem Fabeltier. Entstanden ist es bei Anne Jansen!

Und Morgen zünden wir schon die zweite Kerze am Adventskranz an.

 

8. Dezember

„Ruhestifter“ So lautet der Titel der Arbeit von Ina Birke

Schwarz und Weiß sind irgendwie immer so klar – nur beim Filzen kann man sich anstrengen, wie man will – wenn Schwarz und Weiß in einer Arbeit verbunden werden, durchdringen sie einander. Es ist schon so viel Kluges über die beiden Farben (oder sind es gar keine) geschrieben worden, ich will heute gar nicht philosophisch oder physikalisch oder literarisch werden. Ich lade euch lediglich ein, die heutige Pause, natürlich mit einem Tee in der Hand, vor diesem Bild zu verbringen. Dabei wandern vielleicht die Gedanken von Weiß nach Schwarz über Grau, bleiben an den kleinen Grenzen hängen oder mogeln sich durch die winzigen Seelenlöcher aus diesen Zeilen heraus, gehören einfach euch ganz allein….

Filzen ist einfach ein wundervolles Handwerk!

7. Dezember

Ich finde, in solch einem Adventskalender darf man ruhig mal ganz persönlich werden. Ich will heute erst einmal unsere tägliche Pause nutzen um unserem Mitglied Petra Simon, von der auch das heutige Foto stammt, zum Geburtstag zu gratulieren! Sie filzt für Kinder und mit Kindern und liebst offensichtlich Bilderbuchgeschichten. Alles gute für Dich, liebe Petra!

Und wo wir gerade dabei sind, also ich meine beim Filzen mit Kindern, da fällt mir dieses Foto aus Hohebuch in die Hände:

Beate Hufeisen und Iris Stabel haben mit Kindern diese kunterbunten Schalen im Ferienkurs erarbeiten lassen.

Nun ist ja das Filzen mit Kindern keine Entspannungszeit. Und dennoch machen wir Pause, Pause vom Perfektionsdruck. Vielleicht ist das ja auch einmal eine lohnende Auszeit. Nur probieren, experimentieren und sich Raum geben für Unvollkommenes. Farben spielen lassen und gespannt sein auf das was entsteht. Mal nicht planen… Wie wäre es? Macht ihr mit?

Und ganz leise erinnere ich auch mal an unsere Kinder-Filz-Kiste!

6. Dezember

Einen wunderbaren Nikolaustag wünschen wir euch allen von Herzen. Ich verbinde die guten Wünsche mit der Hoffnung, dass eure Stiefel großzügig bedacht, üppig gefüllt wurden. Denn obwohl die Adventszeit eigentlich eine Fastenzeit ist, darf heute „Apfel, Nuß und Mandelkern“ geschlemmt werden. Die beiden Stiefelchen, die hier so zum Befüllen einladen, hat uns Beate Bossert zur Verfügung gestellt.

Wie wäre es denn, wenn die heutige Pause einmal ein wenig ausführlicher wird, wenn wir uns eine richtige Auszeit z.B. in einem Museum gönnen würden. Zur Zeit gibt es im Museum Europäischer Kulturen zu Berlin eine Ausstellung unter der Überschrift „100 % Wolle“ oder ihr findet bestimmt auch in eurer Nähe ein Haus, das sich mit Textilkunst auseinandersetzt. Und für alle, die heute keine Gelegenheit haben, sich von alter und neuer Kunst anrühren zu lassen, haben wir noch ein paar Fotos aus dem felto in Soltau. Dieses einzigartige Haus, dass ja auch zu unseren Mitgliedern gerechnet werden darf, hat sich so ganz dem Filz verschrieben und lädt euch heute zu einem kleinen Nikolauskonzert mit besonderen Gästen und der Hauptperson selbst, ein.

Diese Ausstellungstücke und noch viel mehr kann man im felto Soltau bewundern. Sie stammen aus dem Hause Steiff und sind mehr als 100 Jahre alt.

Also auf! Ein paar Stunden Kunst zur Entspannung tut uns allen gut!

5. Dezember

Im Märchen von den Wichtelmännern kommen zwei Wichtel zu einem Schster und helfen ihm aus der Not. Jede Nacht nähen sie ihm Schuhe von so wunderbarer Qualität, dass es ihm bald besser geht. Zum Ende der kleinen Geschichte näht die Schsutersfrau den Helferlein neue Kleider.

Ich denke, in der Vorweihnachtszeit hätten wir alle gerne Besuch von solch kleinen Kerlen in der Werkstatt oder im Atelier. Dann würden sie, wir, uns sicherlich die Erlaubnis geben, sich jeden Tag den Freiraum für eine ruhige Pausenzeit zu nehmen! 😉 Oder etwa nicht?

Der kleine Wicht auf dem Foto stammt von Rotraud Reinhard, ist perfekt angezogen und gut ausgerüstet für den Schnee, der hie und da schon liegt!

Habt eine erholsame Nikolausnacht!

4. Dezember

Als mir Delia Grimm dieses Foto zuschickte, fiel mir neben der liebevollen Filzarbeit sofort der Titel ins Auge. „Warten“ stand da unter dem Bild. Wenn ihr gerade Pause macht, dann wartet ihr hoffentlich nicht darauf, dass sie zu Ende geht. Na ja, es kann ja sein, dass ihr noch auf die Pause wartet oder auf den Feierabend. Manch eine von uns wartet vielleicht heute schon auf das Wochenende und die Kinder ganz sicher auf den Nikolaus. Und irgendwie warten wir alle auf die Weihnacht.

Was machen wir eigentlich mit der Wartezeit, mit der an der Haltestelle, mit der beim Arzt oder vor dem Bürgerbüro… ? Wer schafft es, diese Zeit als Ruhezeit umzudeuten? Neue Kraft in sich zu suchen, so wie die beiden Pflänzchen in der Hülle und nicht voreilig das Ziel anzuvisieren? Warten kann so wunderbar sein und uns mit Eigenzeit beschenken, die wir uns sonst nie nehmen würden.

 

3. Dezember

3. Dezember und erster Adventssonntag. Zeit für die erste Kerze am Adventskranz. Was eine Filzerin, die ihre handwerklichen Kenntnisse gerne weiter geben möchte, so alles erlebt mit einem Adventskranz, das erzählt euch heute Christine Rusch.

 

Für einen Kurs Ende November hatte ich das Thema „Advents- und Türkränze“ gewählt. Wegen schleppender Anmeldungen wollte der Veranstalter ein aussagekräftiges Foto von einem Adventskranz haben – für  Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.
An und für sich kein Problem, wir leben auf der Schwäbischen Alb und ausser den typischen Buchenwäldern gibt es hier natürlich auch Tannen und Fichten.
ABER – es war der WonnemonatMai! Die Nadelbäume hatten dank des warmen Wetters bereits kräftig ausgetrieben. Ich rüstete mich trotzdem mit Rebschere aus und verschwand im finstersten Tann auf der Nordseite unseres Hausberg. 
Es gab keinen einzigen Zweig ohne frisches Grün!
Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Adventskranz mit Maigrün gebunden habe. 😀
Christine Rusch

In der Zeit gedanklich hin und her zu springen, ist etwas, was uns allen im Zusammenhang mit der Advents- und Weihnachtszeit geschehen kann. Ein kluger Mann hat mal gesagt, dass das was wir wahrnehmen, eigentlich schon Vergangenheit ist. Vielleicht träumen wir uns deshalb so gerne in die Zukunft. Ob im Mai oder im Dezember! Wer weiß das schon!

Vielleicht habt ihr heute Zeit, mit Familie oder Freunden zusammen zu sein oder ihr schmückt einen Weihnachtsmarkt mit eurer Anwesenheit, eure kreativen Arbeit und den Gedanken, die ihr euch das ganze Jahr über gemacht habt. Genießt die Geschichte, die Idee und habt einen friedvollen Adventssonntag!

2. Dezember

Dieses kleine Glücksschäfchen von Annemie Koenen kommt so bescheiden wie kunstvoll daher. Es schaut gar nicht direkt zu uns her, es ist einfach da. Vielleicht ist es ja das, was es manchmal so schwer macht, das Glück, welches uns umgibt, zu sehen. Es ist leise, zurückhaltend und abwartend. Die Vögel im Garten kann ich nur sehen, wenn ich einen Augenblick inne halte und mir die Zeit nehme, sie zu beobachten. Der kleine glückliche Moment kann nur kommen, wenn wir ihm den Weg öffnen.

Ach ja, heute schon Pause gemacht und mal aus dem Fenster geschaut?