24. Dezember

Als wir heute die 4. Kerze anzündeten, da wurde uns bewußt, dass ihr 24. Mal zu Gast ward in unserem filzigen Adventskalender, dass ihr 240 Minuten Pause gemacht habt mit uns. Und so hoffen wir sehr, dass euch die Pausen ebensoviel Entspannung gebracht haben beim Lesen wie uns beim Schreiben! Habt Dank für die Zeit, für die Unterstützung und das liebevolle Feedback! Es war uns allen eine Freude! Wir werden die Tage bis zum Jahreswechsel zu füllen wissen 🙂 doch für heute nur dies:

Wir wünsche Euch allen eine gesegnete, friedvolle und entspannte Weihnacht!

(Fotos von Ulrike Wieland und Susanne Breuling)

23. Dezember

Es ist schon so. Engel gehören zu Weihnachten einfach dazu. Vom Verkündigungsengel bis zu den Engelein in den Weihnachtsliedern haben sie Anteil an der festlichen Stimmung rund um das Fest. Seit jeher regen sie die Phantasie von bildenden Künstlern, Schriftstellern und Musiker an. Unendlich viele Darstellungen und Interpretationen findet man von den geflügelten Wesen. Und so kann es nicht verwundern, dass sich auch Filzerinnen diesen Himmelsboten, mit ihren jeweils ganz eigenen Ausdrucksformen, zuwenden.

Beate Bossert, Beate MayerRotraud Reinhard, Heike Spiekermann und Sandra Struck-Germann lasssen uns erahnen wie ungeheuer vielfältig die Vorstellungen von diesen, normalerweise unsichtbaren, Wesen sind. Da ist aber noch etwas! Die Ausdrucksformen, die Präsentation, die Arbeitstechniken und Begleitmaterialien sind so verschieden – und doch erkennen wir auf den ersten Blick, es sind Engel. Ob sie schlicht, extrem reduziert in der Form , niedlich, zauberhaft, alleine oder im Chor auftauchen, wir erkennen sie.

Ich finde das erstaunlich. Doch vielleicht ist es ja so, dass die Gestalterinnen und die Betrachter eine gemeinsame Ahnung haben, ein immer schon vorhandenes inneres Bild, das sie uns erkennen lässt. Und so werden wir sie auch erkennen, wenn sie uns begegnen in jedweder Form – auch wenn sie manchmal keine Flügel haben und vielleicht tätowiert sind…

Genau so ist es mit Weihnachten. Wir erkennen es, wo und wie auch immer. Für jeden von uns ist dieses Fest ein klein wenig anders. Die Rezepte, die unser inneres Kind glücklich machen, unterscheiden sich von Haus zu Haus. Die Art, wie wir uns die Zeit vertreiben, bis das „Christkind kommt“ hat in jeder Familie eine andere Form, die gesungenen Lieder eine andere Tradition, der Lichterglanz und der Baum eine andere Lieblingsgestalt.  Und doch wissen wir sofort – es ist Weihnacht! Weil jeder von uns eine Ahnung in sich trägt, davon was Weihnachten ist!

Die Engel haben sich schon vor langer Zeit unabhängig gemacht von der Zeit rund um den 24. Dezember und begleiten uns durch das Jahr – als Schutzengel, als Tröster oder auch als Friedenssymbole. Vielleicht kann auch die lichtvolle Stimmung und der Kern dieser Tage, reduziert auf seine ursprüngliche Form, von der wir alle eine Ahnung haben, ins neue Jahr getragen werden. Vielleicht beflügelt uns  genau diese Inspiration, die auf dem sicheren Boden einer gemeinsamen Ahnung wächst. Immer neue gestalterische Freiräume entwickeln sich in uns – aber vor allem auch in Gemeinschaft.

Und morgend dann zünden wir die 4. Kerze an und feieren den Heiligen Abend… also, noch einmal Schlafen 😉

 

22. Dezember

Eine Kugel – ein Licht – weiße Wolle – Winterlichtimpressionen von Petra Nasdal.

Im Gespräch mit einer lieben Freundin aus dem Filz-Netzwerk haben wir uns heute früh gegenseitig bestätigt, wie wunderbar gemütlich Licht wirkt, wenn Filz mit im Spiele ist. Es wirkt weicher und sanfter, es begleitet mehr als es „erleuchtet“ und schafft so ab der ganz zeitig einsetzenden Dämmerung, eine ganz heimelige Lichterstimmung! Und bei solchen heimeligen Lichtern kann man sich ganz hervorragend in Weihanchtsstimmung bringen. Einen leckeren Tee, etwas Stoff oder Papier und dann Päckchen packen und sich ausmalen, wie das Geschenk wohl ankommt. Was fühlen die Beschenkten, wenn sie das Präsent in die Hand nehmen? Welche Ideen gehen ihnen durch den Kopf – was könnte da wohl drinnen sein, mag ich das wohl, hat er/sie mir zugehört…

Und wie groß wird die Freude sein. Hab ich mich richtig entschieden? Bin ich nahe am Wunsch oder knapp daneben? Drückt es genug von meiner Liebe oder meiner Freundschaft aus?

Es geht nicht um Wert, um Geld oder Prestige – es geht um Nähe, Aufmerksamkeit, Zuhören wollen und ein gute Gedächtnis 😉 Geschenke sind Komplimente für ein Stück gemeinsam gegangenen Weg, für gemeinsam erlebte und geteilte Zeit. Vielleicht sind sie auch ein Faustpfand für Zukünftiges, ein Versprechen und eine Hoffnung. Sie dürfen weich und sanft sein- nicht fordernd, berechnend oder gar grell.  Wir wünschen euch Geschenke zum Ein – und Auspacken, die euch mit Wärme, Zuneigung und Wertschätzung umgeben.

Psst: Nur noch zwei mal aufwachen…

Ach ja, und wer noch kein Geschenk hat, der kann sich ja vielleicht einen Filzkurs im Rahmen des Filz-Kolleg 2018 in Soltau wünschen.  Petra Nasdale z.B. filzt dort mit Euch „Kugeliges und Lichtes mit verschiedensten Oberflächen“ vom 26. bis 28. Juli 2018.

 

 

21. Dezember

Angelika Bonas, Beate Mayer und Charlotte Bösch sind die Urheberinnen der Filzarbeiten und dementsprechend auch der Collage-Fotos!

Für alle diejenigen, die Kindern das Warten aufs Christkind verkürzen wollen, haben wir ein Fingerspiel passend zu den Zwergen und zu Weihnachten gefunden. Leider ist nicht herauszufinden, wer es einmal geschrieben hat. Wenn ihr was wisst, dann sagt Bescheid…

Die Weihnachtszwerge

Seht da kommen aus dem Berge
viele kleine Weihnachtszwerge.
und sie laufen, tripp,
tripp, trapp,
eilig nun den Berg hinab.
gucken durch die Fensterlein,
zu den Kindern groß und klein.
horchen an der Türe still,
was das Kind sich wünschen will.
grad ruft Anna freudig aus:
„ich wünsche mir ein Puppenhaus“
und die zwerglein freun sich nun,
denn da gibt es viel zu tun.
Und sie hobeln zisch, zisch, zisch
für das Häuschen einen Tisch.
rühren Leim im Topf herum,
hämmern fleißig bum, bum, bum.
Stühlchen sind schon fertig jetzt,
Püppchen werden draufgesetzt.
sind der Püppchen ihrer fünf,
zwerglein stricken für sie Strümpf.
nähen bunte Kleider schnell,
singen dazu froh und hell.
Horch mal, horch. Wer kommt da an?
ist das nicht der Weihnachtsmann?
Er rollt einen Zettel auf,
da stehen lauter Wünsche drauf.
Ich will mal in den Wald reingehn
und nach den Tannebäumchen sehn.
tripp, tripp, tripp, trapp
der Weihnachtsmann geht wieder ab.
die Zwerglein laufen hier und dort-
und sind auf einmal wieder fort.

Und dann wollt ich noch erzählen, da bei uns gerade leider keine Weihnachtszwerge vorbei kommen, dass ich heute mal wieder unterwegs war, ein letztes Mal vor Weihnachten einkaufen. Das hatte ich mir fest vorgenommen. Nur nicht mehr raus um Lebensmittel oder gar Geschenke zu besorgen – auf keinen Fall. Und dann trifft man doch tatsächlich Menschen, die man jahrelang nicht gesehen hat oder eine nette Nachbarin, die auch noch dringend ein paar Eier braucht… Trotz der ganzen, vorausgeahnten Hektik, gab es ein paar sehr nette Begegnungen. Wunderbares, Erstaunliches oder einfach Alltägliches gab es zu hören, freudige Gesichter und gespanntes Lauschen. Auch wenn man anderen im Weg stand, es war himmlisch. Vielleicht geh ich dann doch morgen noch mal los. Es könnte doch sein, dass wir ja dringend noch mehr Sahne oder doch noch frische Kresse brauchen?  Und wenn ich dann wieder  auf lang vermisste Menschen treffe, da könnte ich ihnen ja erzählen, dass ich eigentlich alles schon längst hätte erledigt haben wollen, aber irgendwie doch noch eine Kleinigkeit vergessen habe. Nur damit niemand denkt, ich sei auf der Suche nach vertrauten Begegnungen. Oder ich sage einfach wie es ist, ich hab gehofft, dich hier zu sehen… Mir kam nämlich der Gedanke, dass an Weihnachten irgendwie alle wieder etwas enger zusammen rutschen. Man kommt heim! Und kann sich deshalb wieder über den Weg laufen, einfach auf dem Markt oder vor dem Bäckerladen. Auch wenn offensichtlich Frau Holle Weihnachtsurlaub machen will und weiße Weihnacht ausfällt, so wird es eben ein Weihnachten der Begegnungen! Wie wunderbar!

Psst! Nur noch 3 mal schlafen!

 

20. Dezember

In diesem Foto hat Kerstin Scherr Arbeiten zusammengefasst, die uns den Filz fließend ja fast duftig erscheinen lassen.

ungesponnene Wolle, Seidenfasern, Wollgarne, zarte Stoffe und eine Vielfalt an Farben wurden zu einem Gesamtbild vereint. Das geht bestimmt auch mit anderen Materialien und Techniken, doch immer wieder fasziniert mich die Begeisterung, mit der Wolle sich all ihrer „Partner“ annimmt. Sie umschließt sie, durchdringt sie, vereinigt sich mit sehr vielem, was man ihr anbietet – und macht daraus Erstaunliches, Neues – etwas besonderes eben. Denn die Wolle nimmt nicht nur, sie überlässt ihre Eigenschaften auch immer denen, die sich mit ihr verbinden. Sie bleibt sie selbst!

Manchmal muten wir ihr auch eine Menge zu – Seifenlauge, heißes Wasser, Druck aus allen Richtungen, Schläge, Stürze, Rasiermesser  und manchmal sogar mit Flammen wird sie traktiert. Und was macht sie? Sie beugt sich scheinbar unseren Vorstellungen und bleibt dennoch sie selbst.

Das erinnert mich daran, was wir so alles in uns speichern, womit wir uns verbinden und worauf wir uns stützen können. Wir können auch mal Behandlungen aushalten, auf die wir vielleicht gerne verzichtet hätten – und dennoch bleiben wir „Wir selbst“. Mir hat mal jemand gesagt: „Du musst dich überall selbst mitnehmen“. Das ist ja nicht nur ein Muß – es ist ja auch ein Privileg, denn von der Wolle kann man lernen, dass innerer Reichtum und Leichtigkeit nicht durch Vermeidung entsteht, sondern durch Verbindung, sich Einlassen auf Ungewohntes, durch manchmal Hartes und manchmal Strapaziöses.Wenn es durchgetragen wurde, kommt das Leichte und Duftige oft von ganz alleine wieder!

Nur das mit dem heißen Wasser, das solltet ihr besser lassen – oder es nur zum Tee oder Kaffee nutzen 🙂

Nur noch 4 Mal kleine Pausen …

19. Dezember

Heute machen wir einen kleinen Ausflug zum Südpol und zu einem, der das Träumen nicht verlernt hat! Margit Röhm nimmt euch mit und füllt unsere heutige Pause mit spannenden Arbeiten und Gedanken auf:

Ein Pinguin im Advent oder der Adventspinguin oder wie nun?

Erinnert Ihr Euch noch an unser Pinguingedicht?
Für mich war heute, nach einer sehr arbeitssamen Adventszeit, schon ein bischen Weihnachten. Endlich konnte ich mich all den Paketen widmen, die mir in den vergangenen Wochen zugegangen waren und die ich achtlos in die Ecke stellen musste, weil mir die Zeit fehlte. Umso erfreuter war ich dann über all die schönen Dinge, die ich da zutage förderte.

Die Pinguinträume nehmen immer mehr Gestalt an und ich möchte mich schon jetzt bei allen Beteiligten für ihre Arbeit bedanken.

Der Spielteppich von Christine Rusch lädt uns mit seinen verspielten Einzelheiten zum Verweilen ein. Auf einen Blick ist er gar nicht zu erfassen. Da finden sich gestickte Blumen und Seidenfelsen, Glitzereisschollen und ein wunderbares Iglu. Ein ganz großartiges Spielaccessoire, das mit viel Liebe zum Detail gefertigt wurde.

Spielteppich von Christine Rusch gefilzt und bestickt

Dem steht auch der traumhafte Südpol von Petra Nasdal in nichts nach. Sie hat uns ein gefilztes Keilrahmenbild aus handgefärbter Wolle mit Glitzersteinchen und Effektseide gemacht, das uns auf sehr zarte Weise in das Eismeer mitnimmt.

Südpol – Keilrahmenbild von Petra Nasdal

Der Pingiun träumt aber von den bunten Wiesen und er hat sie bekommen. Ein buntes Wiesenbild von Tanja Schäffler, so bunt und vielfältig wie eine saftige Wiese, ist auch die Vielfalt ihrer Materialien und Techniken, die sie in gekonnter Weise in einem sehr dekorativen Bild vereint hat. Handgesponnene Garne verbinden sich hier mit Woll- und Seidenfasern. Gestickte Einzelheiten geben dem Bild den letzten Schliff.

Keilrahmenbild Blumenwiese von Tanje Schäffler

Und das war noch lange nicht alles.

Sehr viel Zeit hat auch Susanne Lehrke-Schramm investiert und hat uns eine hypnotisierende Schlage genadelt. Betörend präsentiert sie sich auf einer Baumscheibe in vielen wunderschönen Einzelheiten. Dabei mag sie so gar nicht gefährlich scheinen.

Nadelgefilzte Schlange von Susanne Lehrke-Schramm auf einer Baumscheibe

Im Paket, das mich von Birthe Bahde erreicht hat, warteten ein paar Überraschungen auf mich, die auch ich nicht auf den ersten Blick erkannte.
Ein Korb voller Kleepflanzen, und dann waren da noch kleine Fliegen, alles sehr exakt und hochwertig verarbeitet, mit loser Wolle als Pflanzerde. Eine traumhafte Kombination. Damit aber nicht genug, jeder einzelne Kleestengel und jeder Grashalm ist nicht nur dekoratives Objekt, nein, es handelt sich um Stiftüberzieher. Eine wunderbare Idee und gekonnte Umsetzung.

Leider konnte ich mit diesen Fotos weder den begeisternden Ideen noch dem filzerischen Können der Einsenderinnen gerecht werden. Dazu fehlt mir momentan die Zeit und Gelegenheit. Das gilt vor allem für das größte Objekt, den Walteppich, den die Regionalgruppe Nord erstellt hat. So ein großes Objekt, mit so vielen liebevollen Einzelheiten läßt sich nur in schöner Umgebung zur Geltung bringen. Ich kann mir die Arbeit und Kraft, die es den Beteiligten abverlangt hat gut vorstellen und war vom Ergebnis vollkommen geplättet. Ein wares Meisterstück das Ihr uns da gemacht habt.

Riesiger Walteppich angefertigt von der Regionalgruppe Nord in der Werkstatt von Heike Spiekerman. Beteiligt: Heike Spiekerman, Claudia Ries, Katja Wigbers, Petra Nasdal und Bärbel Theilen

Es mag sein, das noch so manche Hürde zu nehmen sein wird, bevor wir eine Spende an die GEH e.V. übergeben können. Es mag sein, dass sich noch nicht alle trauen, etwas beizutragen. Ich persönlich sehe  in jedem einzelnen Beitrag das Potential, das in der Filzer-Gemeinschaft vorhanden ist und das wir unbedingt pflegen sollten. So vielfältig unser Material ist, so vielfältig sind auch unsere Techniken und so vielfältig sind unsere Ideen. Das zeigt sich in diesen Arbeiten wie auch in denen, die ich Euch schon im Oktober vorgestellt habe und wird sich bestimmt auch noch in denen zeigen, die ich bis März noch von Euch bekommen – da bin ich mir ganz sicher.

Im Namen des Filz-Netzwerks möchte ich, Margit Röhm, mich schon jetzt bei Euch dafür bedanken.

Inspiriert?

18. Dezember

An einem Stück gefilzt – eigentlich Eins – und dann doch vier…

Diese Arbeit kommt von Ulrike Wieland und passt für mich  aus mehreren Gründen in die 4. Adventswoche. Offensichtlich die Zahl 4. Vier Höhlen, 4 Öffnungen, 4 Einladungen, als wär es ein Reihenhaus für Eichhörnchen. Getrennnt, zusammen, nahe beieinander, sich aus dem Weg gehen … mir fallen immer mehr Worte ein, die zu dieser Filzarbeit passen könnten. Es ist schon beeindruckend, welche Sprünge unser Gehirn macht, wenn das „Informationsangebot“ schlicht und zurückhaltend bleibt. Unser Kopf sucht ununterbrochen nach Antworten, nach Sicherheiten und Zuverlässigkeiten und wenn es die nur spärlich bekommt, dann macht er sich eine Antwort, mit der leben kann. Das ist manchmal gut und beruhigt. Und manchmal sind unsere Synapsen viel zu schnell mit ihren Antworten und Erklärungen, die sie sich selbst geben. Wenn uns das auffällt, dann hilft es bestimmt, 3 Schritte zurück zu gehen und sich das alles noch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Und da war doch noch etwas. Irgendwie hat mich dieses Vierelemente-Projekt daran erinnert, dass so ein Tag, dass eine Woche… in viele kleine Abschnitte unterteilt zu sein scheint. Wir führen To-Do-Listen, haken ab und wenden uns dem nächsten, scheinbar unabhängigen Abschnitt des Lebens zu. Das würde bestimmt prima klappen, müssten wir uns nicht überall selbst mit hinnehmen. Wenn ich aus der einen „Abteilung“ komme, kann ich weder die Eindrücke zurück lassen, die ich dort gesammelt habe noch die Zeit mitnehmen, die dort vergangen ist. Jeder Tag hinterlässt Spuren, jeder Abschnitt bereichert uns und nimmt uns gleichzeitig etwas von unserer Energie. Und so ist untrennbar verbunden, was getrennt erscheint, einfach nur, weil jeder von uns die Verbindung ist für die Zeit, den Raum und all das, was mit uns lebt.

Ach so, ihr habt heute (wenn ihr von 8 Stunden Schlaf ausgeht) 96 Gelegenheiten, 10 Minuten Pause zu machen. Da wird sich doch der eine oder andere Energieauftank-Abschnitt finden lassen. Kommt gut in diese so erwartungsfrohe Woche!

Psst! 96 geteilt durch 4 ist 24 – mehr Advent geht nicht 🙂

17. Dezember

Schuhe von Ina Birke, gefilzte Schuhe für drinnen und draußen…

Der geneigte Adventskalender-Pausen-Genießer frag sich jetzt bestimmt, was Schuhe mit Pause zu tun haben. Dacht ich’s mir doch 😉

Nun habe ich in meinem Filzerleben noch nicht so sehr viele Fußbekleidungen gefilzt, erinnere mich dennoch sehr genau, wieviel und wie lange gewalkt werden muss, bevor diese Prachtsstücke so stabil sind, wie sie sein sollen. Und Walken ist Meditation pur.

Gleichmäßige, rythmische Bewegungen immer und immer wiederholen… man könnte die Schwünge zählen und so unliebsame Gedanken vertreiben, man könnte dabei singen und sich an Lieder erinnern, die man schon lange vergessen glaubte – und man kann einfach mal nichts denken. Nichts denken ist eigentlich ganz schön schwer, weil uns oft so vieles durch den Kopf rennt, gerade auch jetzt. Hab ich an alles gedacht, nix vergessen, was muss noch… Und da will der Filz wieder beachtet und gleichmäßig gerollt werden – und übernimmt die Regie. Dabei kann ich wunderbar abschalten – oder der Filz schaltet meiner Kopüfbewohner ab? Wer weiß das schon so genau!

Und wer genug vom Walken hat, wem die Muskeln schwer werden, der kann einfach seine Filzschuhe anziehen und raus in die Welt gehen. Denn nach dem Walken ist das Gehen die zweitbeste Meditationsform. Oder wie seht ihr das da draußen, mit dem 10-Minuten-Tee in der Hand?

16. Dezember

Seit wann auch immer, das Rotkehlchen gehört zum Advent dazu wie z.B. der Stechpalmenzweig. Vielleicht weil es Farbe bringt oder weil es schnell zutraulich wird oder einfach unsere Sehnsucht nach der heilen Welt verkörpert – ich weiß es nicht genau.

„Wenn du dein Leben so intensiv und vollständig leben möchtest, wie es geht,
dann sei dort, wo es stattfindet: Im Hier und Jetzt!“ (Doris Kirsch)
Nun ist ja gerade der Advent eine Zeit, die davon zu leben scheint, dass wir Sehnsucht nach der Zukunft entwickeln, uns auf die Weihnacht einstellen und uns freuen. Also, was nun? Hier und Jetzt oder in 8 Tagen oder am ersten Januar oder was?

Vielleicht hilft ja das Rotkehlchen die Pause des heutigen Tages zu füllen und uns im Hier und Jetzt zu entspannen – denn eines kann man von den Piepmätzen wirklich lernen, wenn man sie beobachtet. Sie leben uns diese Worte.

Dieses kleine Kerlchen hat uns Monika Baldauf zur Verfügung gestellt.

15. Dezember

Die Arbeit von Elisabeth Grates hat mich heute morgen daran erinnert, dass Weihnachten ja nicht nur in unseren Breiten gefeiert wird, sondern es rund um die Welt die unterschiedlichsten Weihnachtsbräuche gibt. Könnt ihr euch vorstellen, unter Palmen Weihnachten zu feiern? Es ist schon faszinierend, dass ein Ereignis, dass vor über 2000 Jahren in einem sehr warmen und eher trockenen Land statt gefunden hat, heute in vielen Köpfen mit Schnee und Kaminromatik verbunden ist. Könnt ihr euch vorstellen, einen Nikolauslauf unter australischer Sonne mitzumachen?

Was verbindet ihr mit dem Fest? Was braucht ihr unbedingt, damit Weihnachten Weihnachten ist  und worauf könntet ihr verzichten?

Also auf keinen Fall auf die kleine Pause! Die bleibt euch auch in den kommenden Tagen erhalten!