Viszeralchirurgie
Das Foto zeigt das Ergebnis eines zweitätigen Filzprojekts, welches ich mit meiner Kollegin zusammen (Verbindung Nr. 1) realisiert habe.
Ich arbeite, wenn ich nicht in meiner Werkstatt filze, halbtags als Dozentin in der Berufsschule des hiesigen St. Georg Krankenhauses und bilde Anästhesie- und Operationsassistenten aus. Mein Hauptgebiet ist dabei die Anatomie. Meine Kollegin unterrichtet vor allem OP-Techniken. In einem der vielen Gespräche stellte sich heraus, dass sie unglücklich mit dem Lehrmaterial ist, da man mit den klassischen Torsos zwar zeigen kann, was wo liegt, aber nicht, wie es im Krankheitsfall operiert werden kann. Sie hatte schon versucht, dies mit Socken darzustellen, aber diese erwiesen sich als ineffizient.
Und so kam die Idee, dass ich doch beide Welten – Anatomie und Filz, Schule und Werkstatt (Verbindung Nr. 2 und 3) – miteinander verbinden könnte. Heraus kam dieser befilzte Torso, bei dem Teile der Organe „operabel“ sind, so dass in 3D von unseren Azubis erlebt werden kann, was bei einer OP der Viszeralchirurgie möglich ist.
Es war ein tolles Projekt bei dem wir beide viel gelernt haben – ich über die Viszeralchirurgie und meine Kollegin über die Möglichkeiten des Filze(n)s (Verbindung Nr. 4).
Text – Katrin Bigl
Foto Katrin Bigl

