11. Dezember

Einladung zum Tee von Carola Heuser.

Zucker ist für mich etwas, was einfach in die Adventszeit gehört. Zucker im Tee, ein kleiner Löffel, macht den Tee zu einem ganz neuen Getränk. Zucker in den Plätzchen intensiviert den Geschmack aller Zutaten. Sicher spielt es keine Rolle ob es Rohrzucker, Puderzucker oder Rübensirup ist. Die Lebensmittel zu versüßen geht sicher auch mit Honig. Aber schon um Marmelade einzukochen ist Zucker ein wirklich altvertrautes und vor allem bewährtes Konservierungsmittel, dass sogar schmeckt. Klar, Zucker ist wie so vieles in Verruf geraten, weil es zu viel davon gibt in der Nahrung. Denn wie bei fast allem auf dieser Welt, die Dosis macht es.

Irgendwie erinnert mich die Frage der Dosis an so viele andere Dinge, die uns heute durch den Alltag begleiten. Egal ob das mobile Telefon, das ja schon lange kein Telefon mehr ist sondern mehr und mehr Alltagsfunktionen abdeckt – vom Adressbuch über Kalender bis hin zum Zahllungsmittel – oder Newsletter, die irgendwie gar nicht mehr viel Neues berichten aber immer mehr werden. Zur Zeit werden wir überschwemmt mit Sonderangeboten, mit Versandkostenfreiheit und noch einem Sale.

Und dann die Masse an Adventskalendern. Da stimmt die Dosis gar nicht mehr. Überall kann man, vielleicht, etwas gewinnen wenn man nur seine Adresse hinterlässt und mal kurz ein paar Häkchen macht… Da kommen mir leise Zweifel, ob es richtig ist noch einen Adventskalender zu schreiben. Aber manchmal da schreibt eine von Euch einen Kommentar und ich denke, vielleicht stimmt die Dosis noch.

Apropo Dosis. Gestern habe ich im Bioladen an der Brottheke gestanden und mehr oder weniger geduldig gewartet. Vor mir stand eine ältere Dame – auch ohne Smartphone in der Hand – sie hat mich doch tatsächlich angelächelt. Ich hab einfach zurückgelächelt und schon verging die Zeit schneller. Was so eine unerwartete Dosis Freundlichkeit so alles ausmacht.

7. Dezember

Barbara Eichhorn hat das heutige Foto für den Adventskalender zur Verfügung gestellt. Mich hat die Zartheit dieser Arbeit sofort berührt. Vogelleicht, licht und irgendwie als ob sie tanzen wollte, die Schale.

Sie ist sich selbst genug, muss nichts halten, lässt Licht und Luft durch und doch ist sie ganz präsent. Es gibt Dinge  – und manchmal auch Menschen – auf dieser Welt, die so dringend im Vordergrund stehen wollen, dass sie sich ganz dicht machen, schreiend bunt – im Blocksatz. Man kommt nicht an ihnen vorbei, ohne zu staunen, sich zu wundern oder gar sich zu ärgern. So etwas ist immer gut, wenn die Dinge für den Notfall da sind, z.B. Feuerlöscher, die sollte man sofort sehen und nicht erst suchen müssen. Auch in der Werbung kann es nicht laut, bunt, dicht oder auffällig genug sein.  Wie auch immer die Beweggründe sind, zuviel davon ist unglaublich anstrengend. Gerade jetzt zur Adventszeit haben viele im öffentlichen Raum Verantwortliche verlernt, zart, leise und transparent zu sein. Das Kind, auf dessen Ankunft all diese Tage im Advent vorbereiten sollen, kam nicht mit einem lauten Knall in diese Welt, auch nicht begleitet von tausend Weihnachtsshows und schreiend bunten Lichtern. Es kam in einer stillen Winternacht mit wenig Farbe zur Welt – zart, klein und noch ein wenig transparent – wie wir alle an unserem ersten Tag. Danke Barbara, dass du uns erinnerst, an die Zartheit dieser Tage, dieser Botschaft und das kleine Wunder, das jeden Tag geschieht, wenn sich ein neues Menschlein auf den Weg macht.

Vielleicht habt ihr ja Lust auf eine kleine Aktion, die mir heute spontan beim Screiben eingefallen ist. Eine Maria, nur aus ungefärbten Wollen, ganz zart gearbeitet.

2. Dezember

Wer schon einmal Menschen für ein Thema oder ein Handwerk begeistert hat, wer Kurse gibt, wer Lehererin ist, der kennt den Moment in dem sich die Schülerinnen auf eigene Füße stellen und neue Wege beschreiten. Die ersten zaghaften Lernschritte macht der Mensch oft in der Nachahmung, will sein wie die “Großen”, will können, was die Vorbilder können. Als Teilnehmerin will man gelockt werden durch das Außergewöhnliche, das Besondere. Es soll so perfekt, so großartig sein, was man am Ende mit nach Hause nimmt, wie all die kostbaren Arbeiten der Könnerinnen. Alle Mühe stecken die Studentinnen in die Vervollkommnung des Gesehenen, des bereits von anderen Erprobten.

Und dann passiert es, das Wunder der Idee. Plötzlich wird aus einer ursprünglichen Aufgabe etwas ganz ursprünglich Eigenes, etwas das die Technik nutzt ohne sich am Original abzuarbeiten. Es sind diese Wundermomente, die vom Fisch zur Tasche führen und dabei jedem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Auf eigenen Füßen stehen, die eigene Karft und Kreativität nutzen können und losgehen…

Traut euch, dazu sind Wege da. Vielleicht ist es eine Weile ganz schön auf bereits erforschten und gut ausgebauten Straßen zu gehen. Doch irgendwann ist es der neue, der eigene Weg, der wunderbare Ausblicke bietet. Dort wo schon so viele sind, dort ist auch der Blick verstellt.

Diese herrlich bunte und eigenwillige Tasche entstand unter den Händen von Meike Raßbach. Irgendwie ging es um Fische 😉 – Findet nicht nur euren eigenen Adventsweg!

14. Dezember

Barbara Steffen-Munsberg hat schon einen Weihnachtsbaum!

Und Ihr alle, geneigte Leser, habt ihr auch schon euren ganz persönlichen Weihnachtsbaum?

Der Mann einer guten Freundin besteht bis heute darauf, den “letzten” Baum zu besorgen. Er versucht den Baum mit nach Hause zu bringen, den sonst keiner will. Der darf krumm sein und auch schon mal ein Lücke zwischen den Ästen haben, das macht ihm alles nichts. Ihm ist wichtig, dass der Baum einmal geschmückt wird.  Was er damit bezweckt bleibt auch nach vielen Jahren ein Geheimnis. Und auch wenn es für meine Freundin jedes Jahr eine echte Herausforderung ist, aus dem “Letzten” etwas Wunderschönes zu machen, ich finde die Geste anrührend.

Vielleicht sollte man lernen, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen und daraus etwas Wunderschönes zu machen! Leider haben wir nicht bei allem und jedem diesen positiven Ehrgeiz! Manchmal weil wir zu müde sind, es leid sind oder einfach gleichgültig geworden sind. Oder vielleicht, ich sage vielleicht, weil es so einfach scheint, etwas Besseres zu finden.

Kommt gut durch die Nacht!

6. Dezember

Heute Nacht kam ja der Nikolaus und hat euch etwas in die Stiefel gepackt! Ach so, hat er nicht…

Das kann jetzt mal daran liegen, dass ihr eure Stiefen nicht geputzt habt oder gar keine vor die Tür gestellt habt, weil ihr denkt, den gibt es ja gar nicht, den Nikolaus. Und da möchte ich an dieser Stelle heftig widersprechen. Wenn wir aufhören an die Wunder unserer Kindheit zu glauben, dann wird der Alltag so grau wie der gerade überstandene November.Vielleicht erinnert ihr euch ja an einen sehr schönen Nikolaustag aus eurer Kindheit. Dann gibt es Bilder und Gefühle und Menschen, denen wir einen wunderbaren Schatz verdanken. Und das größte Geschenk ist es an einem solchen Tag, für einen anderen Menschen die Schatztruhe zu öffnen. Viel Freude dabei!

Die Fotos kommen am heutigen Tag von Galina Dik. Sie hat sich einen sehr gemütlichen Nikolausstifelersatz ausgedacht.