Schaf des Monats

Wir Filzerinnen verarbeiten Wolle – unterschiedliche Wolle – manchmal kennen wir sogar die Rassebezeichnung des Schafes, das uns unser Material geliefert hat. Teilweise aber noch nicht mal das. Günstigstenfalls wissen wir, wie die Wolle aussieht und wie sie zu verarbeiten ist.. Aber wann machen wir uns schon mal Gedanken über das Schäfchen selbst. Wie sind die Rassetypischen Merkmale, warum wurde diese Rasse genau so gezüchtet, wo kommt es her und was sind seine Vorzüge. Beziehungswiese,  was leider häufig der Fall ist, warum ist diese Rasse vom Aussterben bedroht.

Skudde Bild: Yasmin Groß

Bei unseren Kunden treffen wir teilweise auf vollkommenes Unverständnis, wenn wir von unterschiedlicher Schafschurwolle reden. Wolle ist doch Wolle, Schaf ist doch Schaf. Auch, wenn die Bezeichnung Merinowolle inzwischen in vielen Köpfen herumgeistert, so ist es doch oft nur eine leere Worthülse, über deren eigentliche Bedeutung unsere Kunden kaum etwas wissen.

Krainer Steinschaf Bild Yasmin Groß

„Das Schaf des Monats“ möchte in den nächsten 12- 14- 16 Monaten einige Rassen näher beleuchten. Dabei wird es sich nicht um eine umfassende Ausarbeitung der Schafrassen und deren Wolle handelt. Vielmehr möchte diese Aktion die Sinne schärfen, für  die Arbeit einer jeden Filzerin, für die Argumentation gegenüber den Kunden und vor allem für die Kreativität in Sachen Filz.

Krainer Steinschaf Foto Yasmin Groß

Wir werden in jedem Monat damit beginnen, die Schafrasse vorzustellen, eine kurze Erklärung der Rasse, seiner Herkunft und Merkmale. Danach kommen in lockerer Folge Verarbeitungstipps für die Wolle, Geschichten rund um diese Rasse und wenn Ihr mitmacht einige Fotos von Werken, die aus dieser Wolle entstanden sind. Das Filznetzwerk lädt Euch ausdrücklich dazu ein, mitzuwirken. Passend zur jeweiligen Rasse, bitten wir euch, erzählt uns Geschichten von Euren Schäfchen, zeigt uns Fotos von den Schafen, der Wolle oder den entstandenen Werken. Diskutiert mit, was haltet ihr von der Wolle, was macht Ihr daraus oder was eben nicht.

Weiße Gehörnte Heidschnucke (WGH) Foto Ludger Seybering

Wir werden aber nicht nur die alten Deutschen Rassen beleuchten, auch unsere feinen Lockenlieferanten aus Skandinavien, England und Island sollen nicht zu kurz kommen. Ausdrücklich aussparen werden wir aber die Merino-Wollschafe. Nicht nur, weil jeder die Wolle kennt, sondern vor allem, weil uns die Diskussion darüber zu ideologisch besetzt scheint.

Als Ausgleich dafür, werden wir im Oktober mit dem Deutschen Merinoschaf, dem Merino-Landschaf beginnen. Und schon diese Ankündigung wirft Fragen auf – Merinoschaf oder doch keines????

Ich freu mich auf regen Austausch und hoffe auf Eure fleißige Mitwirkung.

Oktober 2017: Merino-Landschaf  oder deutsches Merinoschaf
November 2017: Skudde
Dezember 2017: Historische Schafrassen / Wildschafe
„Welches Schaf stand wohl an der Krippe??“
Januar 2018: Heidschnucke – Moorschnucke
Februar 2018: Zackelschaf – Walachenschaf
März 2018: Bergschaf – Steinschaf – Juraschaf
April 2018: Walliser Schwarznasenschaf – Walliser Landschaf
Mai  2018: Coburger Fuchsschaf
Juni 2018: Wensleydale – Teeswater –Die Edellocken
Juli 2018: Gotlandschaf / Guteschaf
August 2018: Islandschaf
September 2018:
Ouessant – bretonisches Zwergschaf
Oktober 2018: Rhönschaf
November 2018: Bentheimer Landschaf
Dezember  2018: Rauwolliges Pommersches Landschaf
Januar 2019: Jakobsschaf – 4Horn Schaf
Februar 2019: Lincoln-Schaf
März 2019: Waldschaf
April 2019: Leineschaf
Mai 2019: Karakul-Schaf
Juni 2019: Devon Longwool