Freiwillige Qualitätssicherung

Qualität im Filz

Die freiwillige Qualitätssicherung gehört seit 2011 fest zu den Wirkungsfeldern des Filz-Netzwerk e.V. Hinter dieser etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein wichtiges Anliegen der Filz-Handwerkerinnen.  Im Handfilz findet man unendlich viele Ausprägungen und Verwendungsmöglichkeiten, so dass nach reiflichen Überlegungen die Erkenntnis wuchs, dass Qualität und Strapazierfähigkeit der Gebrauchsfilze die gemeinsamen Nenner für das Handwerk darstellen – Qualität verbindet!

Aus diesen Gedanken entwickelte sich das Konzept, Qualitätskriterien zu formulieren, die den Filz-Handwerkerinnen Grundlagen für ihr Schaffen und den möglichen Kundinnen Sicherheit anbieten. Es wurden wenige Qualitätsgesichtspunkte ermittelt und für die freiwillige Qualitätssicherung festgelegt. Sie sollen Gerüst und Rahmung sein, ohne die Kreativität und Vielfalt einzuengen.

Bis heute haben sich über 40 Hand-Filzerinnen erfolgreich mit den Qualitätskriterien auseinandergesetzt und ihre nass gefilzten Arbeiten zu den drei Begutachtungsbereichen vorgestellt. Das zeigt uns, dass immer mehr Filzerinnen die Anerkennung ihrer guten, handwerklich hochwertigen Gebrauchsfilze wichtig ist. Es liegt in der Natur des Handwerks, dass die Filzschaffenden sehr häufig alleine in ihrer Werkstatt stehen. Hier ist der Wunsch nach wertschätzender und unterstützender Rückmeldung oft sehr groß. Durch die Teilnahme an der freiwilligen Qualitätssicherung erhalten die Handfilzerinnen genau dieses Feedback zu ihren Produkten und ihrem handwerklichen Tun.

Der Mehrwert dieses Prozederes liegt aber nicht allein bei der Herstellerin qualitativ hochwertiger Handfilze. Das Anliegen des Vereins ist es auch, die Qualitätskriterien für Handfilze zu kommunizieren und sie dadurch bei möglichen Kunden zu etablieren.  Verbraucherinnen können sich anhand der Qualitätskriterien des Filz-Netzwerk e.V. informieren, welche Anforderungen an Filzprodukte zu stellen sind, woran man diese erkennt und wer für eine sorgfältige Verarbeitung steht. Filzerinnen erhalten die Möglichkeit, im Kundengespräch stärker auf die Qualitätsfrage einzugehen.

Um diesen Anspruch zu verdeutlichen, erhalten alle Inhaberinnen der Qualitäts-Urkunde seit diesem Jahr kleine Anhänger, die ihre Arbeiten für jeden Interessenten als „Geprüfte Qualität“ auszeichnen.

Jede Filzerin, die sich an diesem Prozess beteiligen möchte, kann sich mit 3 Filzarbeiten anmelden. Die Begutachtungen finden mindestens 2-mal jährlich statt und werden selbstverständlich anonym durchgeführt. Die entsprechenden Informationen zu den erwarteten Monofilzen, den Hohlfilzen und den Nunofilz-Arbeiten finden Interessierte auf der Homepage des Filz-Netzwerk e.V. unter der Überschrift „Qualität“ im Filz. Hier ist dann auch nachzulesen, welche Mindestgrößen die einzureichenden Stücke haben sollten, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, hier wir informiert über Festigkeiten und Beschaffenheiten, damit der Mut wächst, sich einzubringen. Qualität ist immer auch eine gemeinsame Verabredung, das Ergebnis einer Einordnung. Je mehr Filzerinnen sich an diesen Einordnungen und Verabredungen beteiligen, umso mehr Klarheit schaffen wir gemeinsam für unsere Kunden.