3. Dezember

So ein Adventskalender hat bekanntlich 24 Elemente, weil unsere Vorväter unbedingt wollten, dass der Heilige Abend am 24. Dezember stattfindet. Beim Osterfest waren sie irgendwie anders pingelig, das hat keinen festen Termin und man kann es doch genau berechnen, wann es sein soll – ähm – statt finden wird. Mathematik ist auch etwas Magisches, also für mich. Es soll Menschen geben für die ist die Mathematik eine Naturwissenschaft. Doch je nachdem in welche Höhen sie sich aufschwingt, wird sie für mich auf alle Fälle magisch. Kennt ihr den Film “Hidden Figures”? Neben all den anderen Aspekten, die der Film berührt, bekomme ich bis heute nicht in meinen Kopf, wie man aus dem Stand und ohne Taschenrechner Parabeln ausrechnen kann. Das muss einfach Magie sein…

Aber erst mal zurück zur 24. Gestern habe ich mit einer Freundin telefoniert und sie fragte doch ernsthaft, ob man nun aufwärts oder abwärts zählt im Advent. Es werden immer weniger Tage bis Weihnachten, aber auch immer mehr offen Türchen oder immer mehr leere Säckchen. Ich bin ja was das angeht dafür, dass wir ganz bewusst zukunftsorientiert zählen sollten – also auf Weihnachten hin und nicht vom 1. Dezember weg oder wie jetzt? Aber Grübeln ist ja nicht verboten.

Es beinhaltet schon ein gewisses Risiko mit einer Filzerin über Mathematik zu sprechen. Nicht das Filzerinnen nicht rechnen könnten, sich grundsätzlich dem Dreisatz verweigern würden oder der Geometrie den Kampf angesagt hätten. Doch manchmal ist die Versuchung groß, mal eben noch eine Handvoll Wolle mehr auszulegen oder sich einzureden, Frau wäre fertig, wenn sie eben fertig ist. Jede von uns kennt das, irgendwie. Doch mit dem Filzen ist es wie mit Weihnachten. Egal von welcher Seite ich meinen Weg denke, er dauert so lange wie er dauert. Ob ich schon 3 Tage Advent geschafft habe oder noch 21 Tage vor mir, Weihnachten ist am 24. Dezember, nicht 3 Tage vorher oder 5 Tage danach.

Margot Krugs “Verborgene Schätze” haben ganz sicher die Mathematik zur Kunst im Filz genutzt oder dem Filz Mathematik eingewalkt! Dank dir für den Gedankenanstoß!

2. Dezember

Gestern hat es in einige Teilen Deutschlands und bestimmt auch in unseren südlichen Nachbarländern geschneit. Fast alle warten darauf, denn ohne Schnee kein Winter.  Die Kinder würden gerne Schneemänner bauen oder Schlitten fahren, Schneebälle formen und viele träumen von den sportlichen Stunden auf der Skipiste. Bis in unser Liedgut hat er es geschafft, dieser unschuldig weißglitzernde Aggregatszustand von Wasser.

Schnee hat etwas Magisches. Auch wenn ihn die Autofahrer eher fürchten, auch sie können dem Zauber sonniger Schneelandschaften nicht widerstehen. Wir träumen uns ins Reich der Schneekönigin, erleben in Gedanken schon eine romantische Schlittenfahrt, natürlich von Pferden gezogen, begleitet vom Glöckchenklang. Eingemummelt in eine warme Decke liegen wir in der Sonne und genießen den Blick über verschneite Berge…

Es gibt solche Dinge oder Ereignisse im Leben, bei denen unsere Fantasie mit uns durchgeht, wir ins Schwärmen oder ins Träumen geraten. Meist sind die einst äußeren Reize ganz tief in unsere Seele eingedrungen, haben es sich in unserem Bewusstsein gemütlich gemacht und fangen dort an ganz persönlichen Glitzer über das jetzt „Innere“ zu streuen. Plätzchenduft, besondere Musikstücke, ein bestimmtes Buch, eine Landschaft, die wir bereist haben oder ein Mensch, der uns wirklich tief berührt hat, hinterlassen wunderbare Erinnerungen und wecken die Hoffnung auf mehr – auf die Wiederkehr des Glücksgefühls.

Wie gut, dass wir für so viele Glücksmomente selbst den Schlüssel zur inneren Kammer in der Hand halten. Ich wäre schon neugierig, welche Kammer ihr gerne mal wieder öffnen wollt und wie wenig zu diesem Glück gebraucht wird.

Christine Rusch, die dieses zarte Adventslicht gefilzt hat, die hatte schon Schnee in diesem Winter. Hab Dank, Christine, für diese natürliche schneenahe Zartheit!

1. Dezember

So frisch und neu ist der Advent noch. Noch keinen ganzen Tag ist er alt, also der Advent von diesem Jahr. Eigentlich ist der Advent ja schon über 2000 Jahre alt. Ich bin sicher, dass er schon eine ganze Menge mit gemacht hat. In all den Jahrhunderten gab es sicherlich ganz friedliche, wirklich grauenvolle, sehr herausfordernde, eher entbehrungsreiche und ab und zu ganz wundervolle Adventszeiten. Zu allen Zeit aber haben Menschen diese Wochen vor der Weihnacht gebraucht. Gebraucht um sich einzustimmen, um sich vorzubereiten, um zu fasten oder um die Hoffnung nicht zu verlieren.

Ich hatte ein wenig Sorge vor diesem Advent. Sorge um die Stimmung in mir selbst, Sorge um die Stimmung bei all den Leserinnen und Lesern dieses Adventskalenders. Kann man in solch einem Jahr den Erwartungen überhaupt gerecht werden? Beantworten kann ich die Frage nicht wirklich. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass es uns gemeinsam gelingt, genau hinzuschauen auf das was ist und nicht “nur” zu sehen, was alles nicht ist. Mich hat dieses Jahr – die Zeit vor dem Advent – mutiger gemacht und jünger. Lacht nicht. Neue Wege zu gehen, sich mit Zukunftsfragen anders auseinander zu setzen als bisher, das hat dieses Jahr – die Zeit vor dem Advent – mit vielen von uns gemacht, nicht nur mit mir. Wir haben Schritte gewagt, die immer Sicheren nicht gegangen worden wären. Und ich hab Technik gelernt – wenn das kein Fortschritt ist!

Uns allen hat das Jahr in der einen oder anderen Form zugesetzt und der sonst so angefüllte Advent wird in diesem Jahr eher leer sein. Weniger Weihnachtsfeiern, kaum Adventskaffee im Freundeskreis, kein Krippenspiel mit Publikum, kein Nussknacker in der Oper… Vielleicht aber ist das alles im Außen – denn wenn wir nicht acht geben, dann lassen wir uns die Realität leer reden. Was bedeutet dieses Jahr für uns, in uns? Welche Fülle verrät uns diese Zeit aus uns selbst heraus? Dieser Advent kann, trotz allen Beschränkungen und Regeln, trotz all der Bevormundungen und Ratschläge, unsere ganz persönliche Rückzugszeit sein. Selbst Langeweile kann heilsamer sein als lautes “Außen”.

Jedenfalls freue ich mich auf die Zeit mit den Bildern besonderer Filzarbeiten, auf die Schreibzeit und eure Begleitung!

Die zauberhafte kleine Filzarbeit für heute stammt aus den Händen von Delia Grimm! Hab Dank dafür!

Bis Morgen dann!

Unser Adventskalender 2020

Auch – vielleicht auch gerade – für den Advent 2020 haben wir uns zusammen getan im Filz-Netzwerk und einen Adventskalender zusammen gestellt. Wir können es kaum noch erwarten – deshalb stellen wir heute schon mal einen Adventskalender auf – dann vergeht die Zeit bis Montag bestimmt schneller!

Mit dieser wunderschönen Filzarbeit eröffnet Susanne Breuling unseren gemeinsamen Weg Richtung Weihnachten!

Nur noch wenige Tage, dann …

starten wir unseren Adventskalender 2020! Freut Euch mit uns gemeinsam auf wunderbare Filzarbeiten, engagierte Filzerinnen und ein paar Zeilen zum Entspannen. Mit einer Arbeit von Susanne Weber – Aurora – senden wir wunderbare Wochenendgrüße.