Neues Jahr – neues Glück… eh neue Termine :-)

Pinwand von Susanne Breuling

Termine 2020, die bereits feststehen, damit ihr eure Kalender aktualisieren und gleich alle Termine an die Pinwand heften könnt:

Handmade Bielefeld, 01. + 02.02.20 – mit Workshops und einem Infostand zeigen wir das Handwerk und den Verein

Leipziger Wollefest 04. + 05.04.20 – wir sind hier auch mit einem Stand und Workshops vertreten

25. Filz-Begegnung 27.02. – 01.03.20 – sich treffen, kennenlernen und miteinander filzend feiern

Filz-Kolleg Soltau 13. – 19.07.20 – von Rohwolle bis Schablonenfilz – Details in Kürze

Wiener Filz-Festwoche 21. – 25.10.20 – wir sind hier auch mit einem Stand und Workshops vertreten, auch hier folgen die Einzelheiten in Kürze

… mehr ist in Arbeit!

31. Dezember 2019

Prosit Neujahr!

Nur noch wenige Stunden, dann verabschiedet sich das alte Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen und tauscht seinen Platz nicht nur mit einem neuen Jahr sondern auch mit einem ganz neuen Jahrzehnt. In diesem Jahr wird das Filz-Netzwerk 15 Jahre alt und ich finde durchaus, das ist ein Grund zum Feiern.

Wenn mich jemand fragen würde, was mich an diese Gemeinschaft bindet, dann würde ich als allererstes sagen: Freundschaft! Es ist diese ganz besondere Art der Filzerinnen, sich stetig auf die Suche nach Neuem, neuen Ideen, neuen Wollen, neuen Wegen und auch nach neuen Menschen zu machen. Filzerinnen sind sehr oft sehr alleine. In unseren Breiten filzen wir selten in Gemeinschaft. Das hat viele Gründe und deshalb ist jedes Treffen immer eine unglaubliche Bereicherung.

Und dann ist da der Austausch und die Kooperation, die immer auch Wertschätzung bedeutet. Wir lernen voneinander, wir inspirieren einander, wir beauftragen einander und wachsen gemeinsam. Da kommt dann ein Ruf aus dem Schwarzwald nach Brandenburg und schon beginnt das Tüfteln, Experimentieren und am Ende die riesige Freude über die gelungenen Projekte. Wir sind so oft ein Gewinn füreinander und wir sorgen dafür, dass niemand alleine bleibt auf seinem Filzweg.

Wir haben noch viel vor!

Neben der bewährten Arbeit mit Kindern, den Filz-Kollegs, unseren Filz-begegnungen und  Regionaltreffen, unserer Öffentlichkeitsarbeit und der Qualitätssicherung wollen wir einen bundesweiten Tag der offenen Filzwerkstatt ins Leben rufen, Ausstellungen organisieren und international vernetzen ….  macht einfach mit, verstärkt unsere Runde

Auf ein gutes neues Jahr!

23. Dezember

Ein Islandtroll, wer hätte das gedacht, von Margit Röhm erdacht.

Ein Troll am Tag vor Heilig Abend? Muss das denn sein, so ein wilder, unberechenbarer Kerl. Das fehlt jetzt gerade noch, dass sich so ein Troll ins Haus schleicht und Chaos verbreitet. Vielleicht versteckt er die Geschenke, weil er denkt, es wär Ostern und wir haben dann nix unterm Baum. Vielleicht futtert er den Kühlschrank leer über Nacht oder schreibt Tante Käthe eine SMS, dass sie ausgeladen ist. Vielleicht macht er sich vor dem Haus eine Eisbahn und jemand hat dann morgen ein dickes Knie oder er vertauscht die Gewürze und der Kartoffelsalat schmeckt dann nach Vanille statt nach Pfeffer…

Einer meiner Lieblingsmenschen hat sich eine Kehlkopfentzündung eingefangen. Dafür kann der Troll übrigens gar nichts. Nun musste der Lieblingsmensch zur Ärztin, wir sollen ihn nicht singen lassen, kaum das Sprechen erlauben und ihn mit Medizin füttern. Also, ab zur Apotheke. Soll ich euch was verraten? Ich will lieber zwei solche Trolle im Haus haben, als noch einmal in das Last-Minute-Getümmel einzutauchen. Chaos verbreiten, das können wir so gut selbst, da brauchen wir keine Trolle, zumal ich bezweifle, dass Trolle so schlecht sind wie ihr Ruf.

Vor allem Islandtrolle, die ihre genetische Heimat in der Wolle haben, haben geniale Eigenschaften. Ihre Ursprünge bedeuten nämlich, dass sie die Luft reinigen, den Geruch von Stress und Ärger aus der Atmosphäre waschen, die Herzen erwärmen, sich nicht so einfach die Finger verbrennen, vieles wie Wasser an sich abperlen lassen und sich nicht aufladen lassen. Die Kerle sind biegsam bis anschmiegsam ohne die eigene Form zu verlieren und können gut zuhören. Letzteres liegt wohl eher an Island, dem Land der Stille und weniger an der Wolle.

Was ihr auch immer heute noch vor habt, erfüllt die Luft lieber mit Tannenduft als mit dem Geruch der Hektik. Wärmt euch gegenseitig, damit niemand kalt in die Weihnachtstage gehen muss. Lasst liegen, was sich nach heißem Eisen anfühlt, im neuen Jahr ist dafür noch Zeit genug. Geht lachend in den Regen, denn Tropfen im Haar bedeuten bestimmt Glück – warum auch nicht. Verliert euch nicht im fremden Trubel, jemanden anlächeln ist befreiend auch wenn der andere gar nicht weiß, wie ihm geschieht. Und sucht euch ein Weihnachtslied zum Zuhören und Mitsingen. Und der da so brummt neben euch, das ist der Troll, der ist schon in Weihnachtsstillestimmung…

21. Dezember

Wolllieferant fotografiert von Delia Grimm

Schafe, Schafe, Schafe.

Seit ich filze ist es ein wenig so, als ob es immer mehr Schafe gäbe. Überall sehe ich sie und nicht nur beim Einschlafen. Plötzlich sind sie in Bilderbüchern die Helden, treffe ich sie im Trickfilm, Plüschtiere, Keramikschafe, als Aufdruck auf einem T-Shirt…

liegt das jetzt an meiner wollsüchtigen Wahrnehmung oder liegt es daran, dass es wirklich mehr Schafe als früher gibt? Es sind ja leider nicht die lebendigten echten wolligen Herden, die einem begegnen. Nach denen muss man schon suchen. Die werden auch schon lange nicht mehr so wertgeschätzt wie in früheren Zeiten. Ganze Landstriche verdankten ihren Reichtum den Schafen und ihrer Wolle. Heute muss man froh sein, wenn die Wolle nicht als Sondermüll deklariert wird, weil sie keiner mehr haben will – scheinbar. Wie kommt es also, dass diese Tiere gerade in der Vorweihnachtszeit aber auch um Ostern herum zu Niedlichkeitsbotschafterinnen mutieren. Wie kommt es, dass wir überhaupt, dass wir Tiere in niedlich, nützlich oder gar gruselig oder gefährlich einteilen. Was ist das, dass wir immer alles in Systeme einpacken, in Schubladen stecken. Ist unser Gehirn wirklich so faul, dass es froh ist über alles was sich “einsortieren” lässt? Ist das Evolutionsfutter, dass wir zwischen sicher und unsicher, zwischen wichtig und unwichtig in Millisekunden unterscheiden können. Zugegeben, beim Autofahren hilft es ungemein, wenn ich nicht anfange zu grübeln, ob die Ampel schön rot oder sonst wie dekorativ ist. Bremsen ist die einzig richtige Reaktion… Manchmal gehen meine Gedanken spazieren wie Schafe in einer Schafherde.

Deshalb zurück zu den Schafen. Was weiß ich eigentlich wirklich über sie? Ehrlich gesagt, gemessen an der Vielfalt der Sorten oder sagt man Rassen, eigentlich echt sehr wenig. Ein bisschen was über die verschiedenen Wollen aber was so eine Herde ausmacht, was die einzelnen Tiere an Verhaltensweisen an den Tag legen, ob sie mutig, scheu oder ängstlich sind, ich weiß es nicht. Und genau aus diesem Grund will ich mich mal bedanken bei all den Menschen, die unser Handwerk erst möglich machen.

DANKE an alle Schäferinnen und Schäfer, an all die Hobbyschäfer, die Frteizeitzüchter und Bäuerinnen, die trotz aller Unbill weiter Schafe begleiten, aufziehen, sie scheren und scheren lassen und uns mit unserem Rohstoff versorgen. Es muss eine große Anstrengung sein, die nicht immer ausreichend gewürdigt wird. Ich wollte wir könnten ein Wunder vollbringen und der heimischen Wolle die Achtung verschaffen, die ihr gebührt! Eine Aufgabe, für die man im neuen Jahr die Wurzeln setzen könnte.

20. Dezember

Monika Derrix hat eine Wiege gefilzt.

“Ein Ort der Geborgenheit für das kostbarste Geschenk der Natur” hat die Filzkünstlerin zu ihrer Arbeit dazu geschrieben. Was könnte besser in die Adventszeit passen als der sichere Platz für ein neues Leben.

Die Geburt neuen Lebens ist für mich das größte Wunder, dass uns die Natur schenkt. Alles darum herum läuft immer auf diesen einen Moment zu, auf die Geburt eines Lebewesens. Wenn das nicht ein Grund ist zu feiern und den Moment außerordentlich zu genießen, dann weiß ich es auch nicht. Weihnachten ist “die Mutter” aller Geburtsfeste. Dennoch müssen wir warten bis es soweit ist, bis der “Heilige Abend” anbricht. Wir müssen warten und das ist so eine Sache.

Das Warten war noch nie leicht. Das glaube ich bestimmt. In der Geschichte der Menschheit mussten Menschen viel Zeit mit Warten verbringen, sich in Geduld üben. Man wartete auf die Heimkehr der Seefahrer. Ohne jede Nachricht musste man ausharren. Eine Kerze ins Fenster stellen, mehr konnte man nicht tun.

Wochenlang hat man auf Briefe gewartet, auf die Meldungen aus einem Kriegsgebiet, von einer Forschungsreise. Man hat auf die Ernte gewartet oder auf das Frühjahr, dass die Wärme zurückbrachte. Machte das Warten demütig oder traurig, hoffnungsfroh oder einfach nur geduldig, ich weiß es leider nicht?

Wir verlernen langsam das Warten . Wir warten nicht mehr gerne. Weder auf die Erfüllung eines Wunsches, dafür gibt es doch Kredite noch auf ein Paket, dafür gibt es Lieferdienste. Wir warten nicht mehr sehnsüchtig auf die Erdbeerzeit – es gibt sie rund ums Jahr irgendwo auf der Erde. Wir schreiben keine Briefe mehr, auch Mails sind zu langsam. Es muss auch anders gehen und wehe die andere Seite reagiert nicht schnell genug. Selbst das Wunder der Geburt können wir nicht mehr erwarten, wozu gibt es den Kaiserschnitt. In meiner Kindheit gab es die ersten Fernsehsendungen “wir warten aufs Christkind”. Wahrscheinlich haben wir zu oft gefragt, wann das Christkind endlich kommt. Brauchen wir heute auch unbedingt Ablenkung vom Warten?

Weihnachten erwarten können, geduldig und hoffnungsfroh sein und die Ankunft feiern – wirklich feiern, das wäre ein kleines Alltagswunder!