Ostermontag

Mit diesen wunderschönen, gefilzten Ostereiern von Christine Rusch schmücken wir den Ostermontag

Das Osterei

Hei, juchhei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
Und an jedem Ort!
Ist es noch so gut versteckt,

Endlich wird es doch entdeckt.
Hier ein Ei! dort ein Ei!
Bald sind’s zwei und drei.
Wer nicht blind, der gewinnt
Einen schönen Fund geschwind.

Eier blau, roth und grau
Kommen bald zur Schau.
Und ich sag’s, es bleibt dabei,
Gern such’ ich ein Osterei:
Zu gering ist kein Ding,

Selbst kein Pfifferling.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Das war unser Osterkalender 2020 – es war uns ein Vergnügen

Ostersonntag

Haseninspirationen von Beate Bossert, Bettina Caspari,Margrit Feil-Müller, Elisabeth Grates und Claudia Hecker

Nun geht die Fastenzeit zu Ende und auch unser Vorrat an Bildern neigt sich seinem Ende zu. Die Gedanken, die uns im Kopf herumschwirren, die Überlegungen, die wir anstellen, die Pläne, die wir machen – die gehen uns zum Glück nicht so schnell aus. Ostern ist solch ein hoffnungsvolles Fest, ein Fest der Zusicherung und des Aufbruchs. In den vergangenen Wochen ist mir so bewußt geworden, wie schnell man verzagen kann, am liebsten den Kopf in den Sand stecken würde, nichts mehr sehen und hören will. Vielleicht haben wir uns gemeinsam durch diese Fastenzeit getragen, eure Inspirationen, eure wundervollen Filzarbeiten, eure Kraft so Vieles durchzustehen und dabei den Mut nicht zu verlieren haben es mir leicht Gedanken zu formulieren, die euch etwas zurückgeben sollten. Ich wünsche mir sehr, dass wir es schaffen, diesen Weg gemeinsam weiter zu gehen. Mir ist gerade in dieser nicht ganz leichten Zeit sehr klar geworden, wie wichtig Kooperation ist. Eigene Wege zu gehen ist wichtig um sich zu zentrieren oder den Gedanken einmal “frei zu geben”, verrückt sein zu dürfen – doch ohne Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung würden so viele wunderbare Ideen auf der Strecke bleiben. Deshalb will ich an dieser Stelle noch einmal allen für ihre Beiträge danken und vor allem Margit Röhm für ihre Klarheit, Tatkraft und die inspirierenden Telefonate! DANKE

Frohe und gesegnete Ostern wünschen wir euch allen!

noch 1 Tag

Der geheimnisvolle Garten von Annemie Koenen!

Annemie schrieb mir dieser Tage, dass sie sich wie in einem geheimnisvollen Garten fühlt. Gewissheiten sind keine mehr. Doch wer Mut hat und sich im geheimnisvollen Garten umschaut, der ist eingeladen neue Wege zu gehen.

Wir alle sind gerade auf der Suche nach neuen, alternativen, zusätzlichen Wegen. Und so haben wir uns entschieden, euch heute Experimente vorzustellen. Diese Experimente sollen den Auftakt darstellen für Kursformen, die wir im Netz anbieten können. Es gibt so vielfältige Ansätze, die erprobt und ausgearbeitet werden wollen – wir beginnen erst. Doch sobald wir Sicherheiten gewonnen haben, werden wir die Mitglieder des Filz-Netzwerks mitnehmen auf die neuen Wege.

Annemie bietet nach Ostern eine Stickkurs per Internet an – hier klicken und mehr Informationen bekommen – der Kurs beginnt am 16.04.2020

Dann hat sich Stefanie Hofmann für ihre Kinder-Filz-Gruppe eine kontaktlose Filzanleitung überlegt.

Und Susanne hat sich an einem Anleitungsvideo für eine kleine Spiellandschaft zu Ostern versucht.

Es gibt sicherlich noch eine Menge anderer Ansätze, wir sammeln noch und hoffen, dass so etwas Positives aus den Kontaktbeschränkungen entstehen kann. Mir ist klar geworden, dass diese Art von Arbeit nur einen Teil der Wahrheit darstellen kann. Doch es ist auf alle Fälle eine wirklich gute Gelegenheit, sich selbst und seine Methoden zu überprüfen – denn wie hat Annemie Koenen gesagt: “ich muss sehen, ob mir das überhaupt liegt”.

Kommt gut durch die Osternacht!

noch 2 Tage

“Ein steiniger Weg” von Stefanie Hofmann

Karfreitag gehört zu den höchsten Feiertagen im Kirchenjahr. Man kann ihn verdrängen, wie seinen Anlass, den Tod, man kann ihn feierlich und nach innen gewandt begehen oder man kann sich künstlerisch damit auseinandersetzen. Stefanie Hofmann hat sich in einer umfangreichen Arbeit mit dem „Kreuzweg“ befasst und ihre Gedanken dazu in Wort und Filz festgehalten. Einen Auszug aus den Vorbereitungen, Impulsen und Überlegungen zu ihrer Arbeit möchte ich euch in Absprache mit Stefanie heute mitgeben auf dem Weg durch den Tag. Wer mehr über die Werke und Gedanken erfahren möchte setzt sich bitte mit Stefanie direkt in Verbindung. Ihre Führung durch den Kreuzweg ist lesens- und sehenswert!  

Auszug aus: Ein gefilzter Kreuzweg
von Stefanie Hofmann
Mancher, der in der Ausstellung meine gefilzten
Kreuzwegstationen gesehen hat, mag sich vielleicht fragen,
wie man sich ausgerechnet mit diesem Thema auseinander
setzen, sich damit filzend beschäftigen kann.
Für mich hat die Auseinandersetzung mit dem Kreuzweg zwei
Dimensionen – zum einen die religiöse, zum anderen aber
auch eine kunsthistorische. Und ganz klar kann ich die beiden
nicht trennen. Wie komme ich denn nun aber auf den
Kreuzweg?
Zum einen gibt es in unserer Familie so eine Art Tradition
immer wieder Kreuzwege (also die, die sich oft vom
Dorf/Ort/Stadt zu einer Kapelle hochziehen) zu begehen,
gerne auch tatsächlich am Karfreitag, der ja der “richtige” Tag für so etwas ist.

Wichtig für uns – vor allem auch mit den Kindern – war immer:
das Leiden Jesu gehört zur zentralen Botschaft des
Christentums: erst durch das Leiden und Sterben kann Jesus
auferstehen und so für uns auf dem Weg des Heils
vorangehen. Ob das theologisch korrekt formuliert ist, kann
ich nicht beurteilen, aber so habe ich es verstanden. Dabei ist
das “auf den Berg steigen” durchaus hilfreich: einer der von
uns häufiger begangenen Kreuzwege liegt zwischen
Gansingen und Hottwil, man muss da zuerst mal ein ganzes
Stück den Berg hoch laufen um an den Startpunkt zu
kommen, den eine kleine Mariengrotte bildet. Danach geht es
steil den Berg hinauf, begleitet von eher kargen
Kreuzwegstationen aus Stein. Oben angekommen, so
ungefähr bei Station 13, tritt man aus dem Wald auf eine im
Idealfall besonnte Wiese, auf der eine kleine Kapelle mit der
14. Station steht. Hier gibt es dann auf der
Karfreitagswanderung ein schönes Picknick. Gerade als die
Kinder noch kleiner waren, denke ich, wurde so die
Ostergeschichte ein wenig erfahrbarer gemacht.

Wer weiter lesen und vor allem schauen möchte ist herzlich eingeladen Stefanie eine Mail zu senden. Stefanies Mail-Adresse findet ihr hier

noch 4 Tage

Die Hühnerschar von Heike Spiekermann zeigt deutlich, dass Mitglied in einer großen Gruppe von Gleichen zu sein, nicht bedeuten muss, Individualität zu verlieren. Wenn ich mir eines aussuchen dürfte, hätte ich schon eine Favoritin, denn bei allen Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten sind sie eigensinnig.

Gemeinschaften funktionieren sicherlich dadurch, dass man sich ein wenig anpasst, gemeinsame Werte bewahrt und eine verbindende Geschichte entwickelt, auf die man blicken kann – um dann Zukunft  zu gestalten, sie mit Leben zu füllen. Was soll da Eigensinn für einen Sinn ergeben? Wer dazu gehören will, der passt sich an. Ich bin jetzt 62 Jahre alt und als ich Teenager war, da gab es die Farben der Saison. Mode war so etwas wie ein Diktat. Es gab sogar feste Regeln, welche Farben Frau kombinieren durfte. Da musste man schon sehr mutig oder rebellisch sein, eigensinnig sein, um aus der Reihe zu tanzen. Stellt euch in den frühen Siebzigern einen Mann mit rosa Hemd vor – umöglich. Heute wechseln die Moden fast monatlich, Farben spielen mit uns und wir mit ihnen. Wir haben heute ganz andere “Diktate”. Gesund leben ist so ein Diktat. Es scheint heute  immer noch wichtig, Teil einer Gemeinschaft zu sein, wie eh und je, nur die Erkennungsmerkmale haben sich gewandelt.

Das bedeutet aber nicht, dass wir die Eigenschaften, Fähigkeiten und Ideen, die uns  ausmachen verleugnen sollen. Wir selbst sein zu können, eigensinnig sein zu dürfen ist ein Geschenk unserer menschlichen Existenz und gerade auch in unserer globalisierten Welt. Bewahren wir uns dieses Geschenk auch in Zeiten, in denen alle glauben, gleiches Verhalten und Anpassung würden Zugehörigkeit sichern, Sicherheit garantieren.

Wenn ich dich von anderen nicht mehr unterscheiden kann, wenn deine Arbeit dich nicht mehr identifiziert weil sie anderen zu sehr gleicht, dann verwechsle ich dich nicht nur – ich kann dich nicht erkennen. Nur wenn ich dich an dir selbst erkenne kann, an deinem Ausdruck und deinen Farben, werde ich mir wünschen können, dass wir eine gemeinsame Geschichte erzählen.Wenn du mit allem was du tust, eigensinnig Du bist, kann ich auch ich selbst sein.

Dann stört es auch nicht, wenn wir beide einen roten Hut wählen oder zusammen in einem Boot sitzen – ganz im Gegenteil.

Kommt gut durch die Nacht!