noch 15 Tage

zuHAUS -gefilzte Tasche – Delia Grimm – 18./19. Juli als Bestandteil der Filz-Kolleg 2020 in Soltau! Delia schreibt dazu : “Dieser Kurs ist Kreativ- und Technikübungsfeld gleichermaßen – verschiedenste Samples laden ein zum verspielten Gestalten”

Ob es nun dazu kommt, dass wir uns im Juli wieder auf den Weg machen können, dass wir uns persönlich begegnen können, das traue ich mich nicht vorherzusagen. Doch was auch immer sein wird, wir werden uns kümmern, dass wir nicht in der häuslichen Umgebung filzerisch auf uns allein gestellt sind. Wir versuchen Wege zu finden. Wenn ihr nicht zu den Dozentinnen kommen könnt, dann sollten diese zu euch kommen können. Drückt die Daumen, das es gelingt, Kreativität und Technikübungen sinnvoll zu transportieren…

Was ist eigentlich ein Zuhause? Ist Zuhause verbunden mit einer Adresse, mit bestimmten Raumaufteilungen, mit Möbeln, die niemand sonst so zusammen gestellt hat? Ist Zuhause ein Gefühl der Berechenbarkeit, ein Ort, den man im Dunkeln wieder findet? Ist Zuhause nur dort, wo ich aufgewachsen bin? Ich lese/höre so oft, dass ein Mensch sagt, “dort (wo auch immer das ist) sei er/sie nie richtig angekommen. Das wurde nie sein Zuhause… Was macht einen Ort, eine Wohnung, ein Haus zu einem Zuhause?

Ist Zuhause das gleiche wie Heimat? Ist Zuhause Idylle oder gar romantisch verklärter Glücksort. Was ist für euch das Zuhause?

Für mich ist es ein Ort, an dem ich meine Vorstellungen von Raum und Wärme verwirklichen kann. Dieses Zuhause, welches Zufluchtsort, Hülle und Schutz bedeutet, das mit wertvollen Erinnerungen angefüllt ist, das Arbeitsraum ist, Ruheraum, Familiennest und der Ort, an dem ich meinen Tränen freien Lauf lassen kann. Zuhause ist für mich immer dort, wo meine Herzensmenschen sind – die Möbel sind nur Ausdruck eines Zeitgeistes. (Wir haben heute keine “schicken” Sessel mehr sondern bequeme…) Menschen füllen mein Zuhause mit dem Leben, das ich brauche um mich selbst zu spüren, mich lebendig zu fühlen. Ach ja, und das ist der Ort, an dem mich niemand zwingen kann, Fenster zu putzen.

Denkt dran, wir haben Wochenende und heute Nacht wird mal wieder die Zeit ungestellt…

noch 17 Tage

Wie bereits angekündigt und in die Tat umgesetzt wollen wir hoffnungsfroh immer wieder mal auf unser Filz-Kolleg in Soltau aufmerksam machen und euch die einzelnen Workshops vorstellen. Heute geht es um den Shyrdak-Workshop mit Meike Raßbach. Sie hat ansprechende Fotos mitgebracht und ich überlasse ihr jetzt den Schreibraum:

“Ein Shyrdak ist ein traditioneller kirgisischer Teppich, der aus Filzplatten hergestellt wird. Die Kasachen nennen ihn Syrmak. Das charakteristische Muster entsteht durch den „Positiv-Negativ-Tausch“ von Filzteilen und deren anschließendes Zusammenfügen. Die Motive sind traditionell der Natur entlehnt. Die Technik eignet sich auch für Bekleidung, Taschen oder Kissen und vieles mehr.” (Auszug aus meiner Anleitung in der FilzFun Special Nr. 5)

Wie der Shyrdak mich fand

Schon als Kind gefielen mir die Muster aus Zentralasien. Sie waren auf Teeschalen und Briefmarken, die ich von meiner damaligen Brieffreundin aus Alma-Ata (heute Almaty) in Kasachstan erhielt. Groß war die Freude, als ich in der FilzFun 2/15 den Bericht über eine Kirgistanreise mit der Frage, ob es Interessenten für eine weitere Reise gäbe, fand. Tatsächlich brach ich im August 2016 gemeinsam mit einer Gruppe auf nach Kirgistan, ein Land, dass ich bisher nur aus den bewegenden Romanen Tschingis Aitmatows kannte. Ich träumte vom Issyk-Kul, dem zweitgrößten Gebirgssee der Erde auf über 1600 m Höhe, von Jurten und Pferden. Die Reise war spannend und zeigte viele Facetten des kirgisischen Lebens.

Ja, und dann saßen wir alle am 5. August 2016 in der Wohnung einer Kirgisin und lernten, wie ein Shyrdak entsteht. Das ist eigentlich nicht schwer, braucht aber einige Geduld. Wir hörten nicht nur wie die Muster in die imposanten Werke kommen, sondern auch was sie bedeuten.

Jede Frau folgt ihren eigenen Ideen und hat ihre ganz eigene Handschrift. Die Motive, die miteinander kombiniert werden, haben immer eine positive Bedeutung und einen engen Bezug zum meist einfachen Leben der (meist ehemaligen) Nomaden und zur atemberaubenden kirgisischen Landschaft.

Fasziniert vom Erlebten gebe ich mittlerweile Kurse in der Herstellung der wunderbaren Teppiche – die jedoch aufgrund des immensen Aufwands bisher nur die Größe von Sitzkissen erreichten. Der nächste Kurs ist für das Filz-Kolleg 2020 vom 13. bis 15. Juli in Soltau geplant.

Für ganz eilige gibt es meine Schritt-für-Schritt-Anleitung in der aktuellen FilzFun Special Nr. 5.

Meike Raßbach 

noch 22 Tage

Zukunft hatte noch selten so merkwürdigen Klang, wie zur Zeit. Zwischen überbordender Hoffnung auf bessere, gar vernünftigere Zeiten und Endzeitstimmung scheinen wir hin und her gebeutelt zu werden. Und da uns keiner so recht erklären kann, was sein wird, blühen die wildesten Theorien erst recht. Je weniger wir die Verlässlichkeiten, auf die wir ein Recht zu haben glauben, in die Hand bekommen, je unsicherer werden wir. Mir fällt dabei eine Filz-Übung ein, die ich, inspiriert durch Petra Kunz, immer mal wieder in Gruppen einsetze. Jede und jeder darf sich einen Stein aussuchen der dann nach und nach mit Wolle umhüllt und zum Schluss fest eingefilzt wird. So weit, so klar. Aber die TeilnehmerInnen dürfen immer nur eine Schicht Wolle auftragen – dann muss der zukünftige Ball weiter gereicht werden, je häufiger, je besser. Irgendwann ist man nicht mehr sicher, wer wessen Stein gerade in der Hand hält. Erst wenn zum Schluss der Filzball aufgeschnitten wird um ihm sein Geheimnis zu entlocken, erst dann könnte der Stein seinen Weg zurück zum Aussuchenden finden. Das gelingt auf unterschiedlichen Wegen und ist dennoch nicht immer das Ziel. Manchmal kann man seinen Stein auch jemand anderem überlassen, loslassen und etwas Neues, unerwartetes bekommen. Sich einlassen auf die Wege, die uns offen stehen und an Verzweigungen nicht stehen bleiben, sondern einfach mal einen Schritt wagen. Gewissheiten und Sicherheiten sind so trügerisch. Und gerade deshalb ist es so wohltuend, der Zukunft zu vertrauen und Pläne zu schmieden. Ich bleibe in Gedanken immer wieder an dem Spruch hängen, dass das Leben passiert, während wir Pläne schmieden. Manchmal passt das zusammen – und manchmal eben nicht. Deshalb keine Pläne und Träume mehr zuzulassen, zu resignieren macht nur müde und krank!

Wir haben immer noch den Plan im Sommer 2020 das Filz-Kolleg in Soltau durch zu führen. Wir werden uns die Hoffnung auch nicht nehmen lassen und zeigen euch deshalb dieser Tage immer wieder mal, was wir uns dafür vorgenommen haben. Heite habe ich Westen-Fotos von Susanne Breuling mitgebracht. Ihr Workshop soll vom 13. bis 15. Juli statt finden. Wie gesagt, wir vertrauen sehr darauf, dass es noch was werden kann mit Soltau. Natürlich wird jede Anmeldung risikolos sein, das bedeutet, wer sich anmeldet kann jederzeit zurücktreten – oder wir werden eben ausgebremst. Doch keine Pläne bedeutet für mich, dass wir kein “Apfelbäumchen mehr pflanzen” würden, dass wir den Dystopien Raum geben. Durch Sorgen machen und sich fürchten ist noch nie etwas gestaltet worden. Macht Pläne, lasst neue Ideen zu und hab ein wenig Vertrauen in die Zukunft. Wir fasten so manches in diesen Tagen, aber die Zuversicht wird nicht gefastet.

Gute Aussichten 2019

Das neue Jahr bringt in den ersten Monaten schon einiges an Aktivitäten!

Wir gehen mit einem Stand auf die handmade Bielefeld – am 2. und 3. Februar! Kommt uns doch mal besuchen: handmade Bielefeld. Wir freuen uns drauf!

Dann treffen wir uns in Bad Schandau zur 24. deutschsprachigen Filz-Begegnung vom 28.02 bis 3.3.19.

Und im April findet ihr einen Stand des Filz-Netzwerk e.V. auf dem Wollefest in Leipzig. Am 13. und 14.04.19 freuen wir uns über Kontakte, Gespräche und Workshopteilnehmerinnen. Mehr Infos gibt es hier: https://www.leipziger-wollefest.de/

Und wer schon weiter ins Jahr planen will, der kann sich das umfangreiche Programm unseres Filz-Kollegs ansehen. Vom 25. Juli bis 03. August treffen sich Filz-Begeisterte in Detmold. Ausführliche Informationen und der Anmeldebogen sind bereits online.

Jahres-Filz 2018

Wir hatten ein wirklich gutes Jahr 2018. Begegnungen, voneinander lernen, sich zeigen wollen, den Filz in seinen unendlichen Spielarten präsentieren, neue Qualitäten entdecken, neue Menschen treffen und gemeinsam arbeiten! Das war das Filz-Netzwerk 2018!

Wir wünschen allen einen guten Rutsch in ein gesundes, kreatives und kontaktfreudiges Jahr 2019!