Walliser Schwarznasen

Foto: Kirstin Mayer

Geschichte

Erste schriftliche Erwähnung dieser Schafrasse beginnt im 15. Jahrhundert, allerdings ohne eine Quellenangabe. Beheimatet im Kanton Wallis in der Schweiz.
Durch Einkreuzungen von anderen Schafen hat sich das Walliser auch in Bezug auf den Wollertrag sowie der Fleischleistung in den letzten Jahrhunderten verändert.
Mit der sich im Wallis, seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, allmählich verschiebenden Bedeutung der Schafhaltung rein zur Eigenversorgung bäuerlicher Haushalte mit Wolle, Fleisch, Leder und gelegentlich auch Milch, hin zu einer reinen Nebenerwerbs- und Hobbyschäferei änderte sich auch das Aussehen der Walliser Schwarznasenschafe. Um den Aufwand der Schur möglichst gering zu halten, werden Schafe unter anderem dahingehend gezüchtet Gesichter und Beine möglichst frei von längerer Wolle zu halten. Nebenerwerbs- und Hobbyschäfern legten hingegen ihr Augenmerk auch zunehmend auf ästhetische Gesichtspunkte bei ihren Zuchtbemühungen, hin zu behaarten Gesichtern und Beinen bei modernen Walliser Schwarznasen.
Der Oberwalliser Schwarznasenschafzuchtverband wurde 1948 gegründet. Erst 1962 wurde das Walliser Schwarznasenschaf als Rasse anerkannt und 1964 in den Schweizer Schafzuchtverband aufgenommen.
(Quelle Wikipedia)

 

Rassebeschreibung

Foto: Kirstin Mayer

Das Walliser Schwarznasenschaf ist ein Gebirgsschaf, mit guten Muttereigenschaften, Milch- und Fleischleistung. Sie sind widerstandsfähig und gut an die rauen Bedingungen des kargen Hochgebirges angepasst. Die Walliser Schwarznasen sind gute Kletterer und genügsam. Beide Geschlechter sind gehörnt. Sie sind am ganzen Körper bewollt. Charakteristisch sind dabei das Kopf, Ohren, Vorderknie und Füße schwarz bewollt sind am ansonsten weißen Körper. Kurzer, angezogener Kopf mit breitem Maul und Ramsnase.

 

Wolle

Wollleistung: 3 – 4,5 kg
Feinheit: > 36 Mikron
Stapellänge ca. 10 -15 cm

Filzeigenschaften

Für die Filzproben wurden zwei verschiedene Wollpartien genommen.
Eine feine vom Rücken (li.) und eine grobe vom Bauch (re.)

Von jeder Wollpartie wurden einmal 3 g und 10 g ungewaschenes Material verwendet und immer auf einer Fläche von 20 x 20 cm ausgelegt.

 

Ergebnis nach dem Anfertigen der Proben:

 

Rückenpartie
Größe vor dem Filzen: 3g 20 x 20 cm
10g 20 x 20 cm
Größe nach dem Filzen: 3g 8 x 8 cm
10g 13 x 13 cm
Gewicht nach dem Filzen: 3g 2,4 g
10g 8,2 g
Schrumpf 3g 2,5
10g 1,53
Bauchpartie
Größe vor dem Filzen: 3g 20 x 20 cm
10g 20 x 20 cm
Größe nach dem Filzen: 3g 10 x 10 cm
10g 14,5 x 14,5 cm
Gewicht nach dem Filzen: 3g 2,4 g
10g 7,4 g
Schrumpf 3g 2,0
10g 1,37

Gewaschene Probe 3 g, 20 cm x 20 cm ausgelegt und verfilzt.

Größe nach dem Filzen: 8 cm x 8 cm
Gewicht nach dem Filzen: 2,9 g
Schrumpf 2,5

Fazit

Die Walliser Wolle ist eine recht grobe und drahtige Wolle.
Die feinere Partie hat sich aber gut anfilzen und recht gut verdichten lassen. Im Vergleich dazu hat sich die gröbere Partie schlechter anfilzen lassen und war auch nicht gut zu verdichten.
Bei Betrachtung ist der Filz aus Walliser Schwarznasen auch nicht Glatt, sondern es stehen Fasern ab, was sie beim Befühlen eher rau und kratzig wirken lässt.
Daher ist sie im Bekleidungsbereich und auch wenn eine hohe Dichtigkeit / Stabilität erzielt werden soll, eher ungeeignet.
Im Interieur Bereich hingegen lassen sich viele schöne Produkte aus Walliser herstellen.
Sehr gut filzen lässt es sich zum Filzfell mit gut filzender Deckschicht darunter.
Die gewaschene Wolle lässt sich auch sehr gut mit Pflanzenfarben und Säurefarben anfärben.

Die schwarzen Fasern von Gesicht und Beinen die ich zur Verfügung hatte waren leider alle zu kurz geschoren und somit für mich zum verfilzen nicht geeignet

 

Es lässt sich auch nicht vermeiden, dass immer mal wieder
schwarze Fasern im Filzstück sind.

 

Foto: Kirstin Mayer – Natur im Moor

Text: Susanne Breuling
Fotos der Woll- und Filzversuche – Susanne Breuling