Jakobschaf oder Vierhornschaf

Foto Thomas Haffner – http://www.jakobschafe-ig.de/

Geschichte und Herkunft

Das Jakobschaf auch Vierhornschaf oder Mehrhornschaf genannt  ist ein vermutlich aus Kleinasien stammendes, heute in Großbritannien verbreitetes Schaf. Es hat seinen Namen aus der Bibel, laut der der Hirte Jakob für seine Herde die gefleckten Tiere bekam (1. Moses 30,25–43) bzw. diese züchtete.

Die Rasse in heutiger Form  entstand wohl aus einer Herde, die im 18. Jahrhundert in einem Park in England gehalten wurde. Zunächst wurden sie nur als Zierschafe gehalten. Erst 1969 gründete sich eine Züchtergemeinschaft und die Rasse etablierte sich als Fleisch- und Wolllieferant. Die Vierhörnigkeit geht vermutlich auf Wikingerschafe zurück.

 

Foto Thomas Haffner – http://www.jakobschafe-ig.de/

RECHTSCHREIBUNG:  Der Name des Jakobschafes geht zwar auf das „Schaf des Jakob“ zurück die Namensgeber dieser Schafrasse haben aber auf das Genitiv-S  im Namen verzichtet. Es heißt also richtig Jakobschaf und nicht Jakobsschaf.

Rassebeschreibung

Das Jakobschaf ist ein mittelgroßes Schaf mit geflecktem Fell. Der Kopf ist unbewollt und trägt auch bei den Zippen zwei, vier oder sogar 6 Hörner.  Die Fellfarbe ist weiß mit schwarzen Felcken, wobei ein Farbverhältnis von 60% weiß zu 40% schwarz angestrebt wird. 

Bei den Hörnern findet sich eine starke Varietät, so sollten zwar die oberen Hörner nach hinten wachsen und die unteren nach vorne, ohne das Tier jedoch zu behindern, es finden sich aber alle Variationen, die tatsächlich zum Teil sehr störend für das Tier werden können.

Ausgewachsene Böcke wiegen bis zu 85kg, Zippen bis 60kg. Die Tiere zeichnen sich durch gute Fleischleistung aus.

Foto Thomas Haffner – http://www.jakobschafe-ig.de/

Die Wolle

Die Wolle des Jakobschafes wird meist als mischwollig angegeben. Die mir vorliegenden Vliese geben dieses Bild aber nicht wieder. Hier handelt es sich deutlich um einheitliche Fasern mittlerer Länge und sehr unterschiedlicher Feinheit. Ich würde deshalb diese Wolle als schlichtwollig bezeichnen.
Nach Information des Züchterverbandes, kommt es beim Jakobschaf vereinzelt zu Grannenbildung und die Feinheit der Fasern sowie die Farbigkeit ist stark unterschiedlich, weswegen die Bezeichnung als mischwollig als angebracht bezeichnet wird. Nach Aussage des Züchters, wird derzeit großen Wert auf feine Wolle gelegt, weswegen die Grannen zunehmend verschwinden und inzwischen nur sehr selten zu finden sind. Allerdings schwankt die Faserfeinheit nach wie vor stark.

Wichtig bei der Wolle des Jakobschafes ist noch zu erwähnen, dass die Flecken eine klare Abgrenzung aufweisen sollten. Es entsteht also keine wesentliche Melierung. Für die praktische Arbeit heißt das, dass die einzelnen Farben relativ einfach getrennt werden könnten.

Filzversuche

Die nachfolgenden Filzversuche wurden mit einer sehr weichen Jakobschafwolle durchgeführt. Dies halte ich für vertretbar, weil dies ein Zuchtziehl ist und deshalb vermehrt zu finden sein wird.

Wie immer werden zwei Flächen gefilzt. Eine davon mit 10g Wolle, eine mit 3g Wolle.

 

Ich kann jetzt nciht unbedingt behaupten, dass Jakobschafwolle eine bereitwillig filzende Wolle ist. Sie braucht deutlich mehr Zeit, bis sie sich verfilzt und der Filz wird nicht wirklich fest. Auch die Schrumpfung bleibt hinter anderen Wollsorten deutlich zurück. Der Filz bleibt weich und dehnbar. Einen Unterschied zwischen den dunklen und hellen Partien konnte ich hier nicht feststellen.

Gewicht Anfangsgröße Endgröße  
3g 20×20 cm 11,5×11,5 cm 1,74
10g 20×20 cm 13,5×13 cm 1,47

aber natürlich könn aus Jakobschafwolle wunderbare Felle gefilzt werden. Sie filzt gut genug, um sich auf der Deckwolle fest zu halten und schlecht genug, als dass man aufpassen müsste. Diese Felle sind schnell gemacht und haben eine wunderschöne Optik.

Fazit

Wie bei jeder zweifarbigen Wolle fasziniert mich auch hier die wunderbaren Strukturen, die beim Filzen entstehen. Gerade zweifarbige Vliese sind zum Filzen mit Rohwolle schon deshalb gut geeignet, weil der Filz dann nicht einheitlich meliert ist sondern fleckig, wie der Wollieferant selbst.

Was man nun aus der Wolle machen sollte: Wer keine Lust auf Felle hat, wozu sich diese Wolle prächtig eignet, der kann wunderbare Sitzkissen, Tierkissen und Liegefilze für Tiere machen. Es bleibt einigermaßen weich, ist aber belastbar und gut waschbar. Meine Katzen lieben Filze.

Foto Anke Culemann

Text, Foto Wolle und Filzversuche – Margit Röhm

Herzlichen Dank an die IG Jakobschaf und an den Schafzuchtverband für die Informationen und den Austausch.