Heidschnucke – Moorschnucke

Geschichte:
Die Schnucken gehören, wie die Skudden und andere Rassen zu den nordischen Kurzschwanzschafen, und somit zu den ältesten Schafrassen in Mitteleuropa. In Deutschland trat die Heidschnucke erstmals in der Lüneburger Heide in Erscheinung und prägt das Bild der Heidelandschaft. Durch die Schafe wird die Verbuschung der Heidegebiete verhindert. Und durch ihre Wanderung durch die blühende Heide im Spätsommer zerreißt sie Spinnenwegen zwischen den Blütenständen und ermöglicht so Bienen und anderen Insekten, den wertvollen Nektar zu sammeln.

 Es gibt inzwischen drei verschiedene Schnuckentypen, die aber als eigenständige Rassen geführt werden:

  • Die Graue Gehörnte Heidschnucke
  • Die Weiße Gehörnte Heidschnucke
  • Die Weiße Hornlose Heidschnucke = Moorschnucke
Graue gehörnte Heidschnucke – Foto Monika Gierer

Damals wurden alle Schnuckentypen als eine Rasse betrachtet. Die graue gehörnte Heidschnucke war der übliche Typ und somit auch der älteste. Erst ab der Mitte des 19ten Jahrhunderts kamen weiße Tiere immer häufiger vor, bis man schließlich zu Beginn des 20ten Jahrhunderts die beiden Farbschläge als eigene Rassen betrachtete. Erst knapp 20 Jahre danach wird die weiße hornlose Heidschnucke in einem Zuchtverein als weitere Rasse anerkannt. Die Zahl der grauen gehörnten Heidschnucken ist derzeit so stabil, dass sie nicht zu den vom Aussterben bedrohten Rassen zählt. Viele kleine Züchter trugen auch hier dazu bei, dass diese Rasse nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. Die jüngeren Rassen der weißen gehörnten sowie der weißen hornlosen Heidschnucke zählen zu den vom Aussterben bedrohten Schafrassen.

 Der Name der Heidschnucken kommt von dem Wort „schnucken“, welches mit naschen gleichzusetzen ist.

 Rassebeschreibung:
Die Heidschnucken sind sehr widerstandsfähige und eher anspruchslose Schafe, welche am häufig in großen Herden zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Auch diese Rasse fühlt sich am liebsten in einer größeren Gruppe wohl. Da sie saisonal brunftig werden kommen die Lämmer im Frühjahr.

Die grauen gehörnten Heidschnucken haben eine Schulterhöhe von ungefähr 60-70cm und können zwischen 50kg(Auen)- 85kg(Altböcke) Kilo Gewicht erreichen. Die Auen haben sichelförmige nach hinten gebogene und die Böcke schneckenartige Hörner. Die Lämmer kommen mit schwarzer gelockter Wolle auf die Welt, welche sich im Laufe des ersten Lebensjahrs verfärbt und erst nach der ersten Schur nehmen sie die Rassetypische Graue Vliesfarbe an.

Graue gehörnte Heidschnucke – Foto Monika Gierer

Die weißen gehörnten Heidschnucken haben als größten Unterschied zur GGH(Graue gehörnte Heidschnucke) ein weißes Wollvlies . Bei Ihr sind ebenfalls beide Geschlechter gehörnt und sie sind etwas kleiner und auch etwas leichter als die GGH.

Die weißen hornlosen Heidschnucken / Moorschnucken werden gerne aufgrund ihrer besonderen Widerstandsfähigkeit gegenüber Nässe und ihren festen Klauen auf Moorlandschaften eingesetzt. Sie ist die kleinste der drei Schnuckenarten und im Gegensatz zu den anderen sind beide Geschlechter hornlos. Diese Moorschnucken sind seit Jahrhunderten im Raum Diepholz heimisch.

Die Böcke können ein Gewicht von 60-70kg und die Auen ein Gewicht von ca. 40-50kg erreichen.

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Die Wolle 

Heidschnucken haben als Landschafe eine typische Mischwolle. Die Wolle dieser Rassen zählen zu den groben Wollsorten und ist leider auf dem Weltmarkt nichts wert, weswegen sie von den Züchtern und Haltern oft direkt entsorgt wird.

Die Unterwolle ist oft sehr weich und zwischen 20-25mic fein, Die Grannen dagegen sind sehr starr und können bis zu 40mic dick sein. Im Durchschnitt wird bei den meisten Quellen eine Wollfeinheit bei ca. 38mic angegeben. Diae Moorschnucken haben meist feinere Wolle.

Der Wollertrag liegt meist bei: 

Grau Gehörnte Heidschnucke: Mutterschaf – 1,5-2,5kg, Böcke – 3-4kg
Weiß gehörnte Heidschnucke: Mutterschaf –   1,5 – 2kg, Böcke – 3-3,5kg
Weiße hornlose Heidschnucke: ca. 2-3kg

Text Yasmin Groß

 

 

Filzproben und Wollverarbeitung folgt