Kehl, Valentina



Geboren bin ich in einem Land der unendlichen Weite, voller Steppen und Felder-Kasachstan. Mein Vater, der von Beruf Agronom war, nahm mich als Kind öfters im Sommer mit sich mit, um die Kornfelder zu besichtigen. Ab und zu trafen wir dabei Chabans ( Hirten ) und ihre Familien, die im Sommer in den Jurtas lebten, um Schafe und Pferde zu hüten. Gelegentlich wurden wir zum Tee trinken eingeladen, da die Kasachen sehr gastfreundliche Menschen sind. Wir durften die Jurtas betreten und uns dort von der Hitze erholen. So kam ich schon damals, noch unbewusst, in die erste Berührung mit selbst gefilzten Jurtas Wänden, Teppichen, Kissen usw. Auch der Geruch der Schafe ist mir seitdem bekannt und anvertraut geworden. Es vergingen viele Jahre und als ich 1997 mit meinem Studium als Lehrerin fertig wurde, beschloss meine Familie, deren Vorfahren noch im 18 Jahrhundert, in der Zeit von Katharina der Großen aus Deutschland nach Russland, später nach Kasachstan ausgewandert waren und dort etwa 200 Jahre gelebt hatten, wieder zurückzukehren. Ein ganz neuer Lebensabschnitt fing für mich an. Einige Jahre später bekam ich eine Stelle als Pädagogin in einem Waldorfkindergarten. Dort begegnete ich zum ersten mal der Filzwolle als Material. Ich fühlte mich gleich mitgenommen und verzaubert von der Welt der Zwerge, Feen, Zauberwesen, sowie von Ästhetik und Gestaltung der Räumlichkeiten. Ich fing selbst an zu filzen. Ich besuchte viele Kurse und lernte dort kleine Püppchen, Tiere, Bilder, Taschen, Schmuck usw. aus Wolle herzustellen. Bald war das Filzen schon nicht mehr aus meinem pädagogischen Alltag wegzudenken. Schnell erkannte ich die künstlerisch-therapeutische Wirkung des Filzens auf die Wahrnehmung der Sinne der Kinder und unterstütze somit auch ihre Freude am eigenen Tun.

Mittlerweile arbeite ich seit 20 Jahren mit Kindern und leite in einem städtischen Kindergarten in Mölln viele künstlerische Filzprojekte zu verschiedenen Themen mit den Kindern von 3-10 Jahren. Auch interessierte Eltern begleite ich gerne auf ihrem Filzweg. Doch der eigene Wunsch nach Mehr wurde mit den Jahren immer größer. So entschied ich mich für eine Fortbildung “Fit in Filz” in der Filzschule Oberrot und erhielt im Jahr 2018 ein Zertifikat als Filzgestalterin. Das besondere Wissen, das ich dort von den vielen Künstlern vermittelt bekommen habe und meine eigene langjährige Erfahrung mit Wolle, ermöglichen mir viele Ideen in der Arbeit mit Kindern, sowie auch meine individuellen Projekte professionell umsetzen zu können.

Filzen ist für mich eine Welt der unbegrenzten Ausdrucksmöglichkeiten. Ich freue mich auf das Neue und Unbekannte-genau Das macht das Filzen so reizvoll und faszinierend für mich. 

Bei Interesse, besuchen Sie gerne meine Homepage