13. Dezember

Erika Graf zeigt seit vielen Jahren, dass Filzkleidung nicht nur Hülle ist. Die Wolle kann in kundigen Händen fast alles werden – von der Märchenbraut bis zum Ballkleid ist so vieles möglich. Gerade weil der nassgefilzte Handfilz so unendliche Spielräume eröffnet, fiel mir ein Gespräch ein, dass ich vor Kurzem führen durfte. Mir jemand erzählt, dass man beim Filzen jeder Faser Zeit geben muss, sich zu verbinden mit den anderen Fasern. Es sei so ein wenig wie bei uns Menschen. Es gibt scheue und draufgängerische, zaghalte und ruppige Fasern. Doch egal wie, wenn sie sich einmal verbunden haben, dann kann man sie nicht mehr trennen.

Auch wir Menschen brauchen unterschiedlich lange um uns miteinander vertraut zu machen. Dem einen genügt ein gutes Wort, um sich anzuvertrauen, andere suchen lange nach positiven Anzeichen um den Mut für eine Annährung zu fassen. Beziehungen zu begründen ist niemals nur eines Menschen Ding. Wir brauchen das Gegenüber um Verbindung herstellen zu können. Nur so kann Untrennbares entstehen.

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