4. Dezember

Heute ist Barbaratag! Nicht zuletzt wegen der Namenspatronin haben wir uns heute für diese blütenreiche Arbeit von Barbara Westerath entschieden. Neben dem Namen schenkt uns der Barbara-Tag auch einen alten Brauch. Ein aus der Natur vom winterruhigen Baum geschnittene Zweig soll bis zum Weihnachtstag Blüten treiben und so ein Botschafter für das sehnlichst erwartete Frühjahr sein. Ein zarter, ein behutsamer Brauch.

Als ich über die Botschaft hinter dem Zweig nachdachte, da kam mir der Gedanke, ich wünsche mir, ich könnte die Welt so nehmen wie sie ist. Es mag sein, dass in früheren Zeiten ein solcher Gruß aus der Zukunft Hoffnung geschenkt hat. Heute habe ich aber manchmal den Eindruck, dass wir es nicht ertragen können, das Heute – das hier und jetzt. Entweder blicken wir zurück und bewerten das Gestern oder wir schauen – je nach Stimmung – positiv oder schwermütig in die Zukunft. Es mag allzu menschlich sein, gesund ist es bestimmt nicht.

Die Heilige Barbara wurde in einen Turm mit zwei Fenstern eingesperrt. Sie hat sich ein drittes Fenster brechen lassen. In unserem Wohnzimmer steht eine Barbara-Statue. Mein Mann ist Bergmann, da begleitet einen die Heilige ohne lange Fragen. Ich hab mich oft gefragt wofür das dritte Fenster im Turm stehen soll. Wofür auch immer es in alter Zeit stand, heute kam mir die Idee, dass es mir den Blick öffnet aus das was ist. Auch wenn es ein kalter trüber Tag ist, Weglaufen – und sei es auch nur in Gedanken – beruhigt. Stärker macht es mich nicht. Zünd dir eine Kerze an und zieh einen warmen Pullover über, nimm die Herausforderungen einfach an. Der Augenblick ist so schnell Vergangenheit.

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