noch 19 Tage

Was aussieht, wie ein Ausstellungsstück aus einem Technik-Museum ist eine Präsentation vielfältigster Taschenverschlüsse, die unser Mitglied Monika Derrix im Angebot hat. Es ist zwar durchaus möglich, alles, wirklich alles zu filzen. Knöpfe, Verschlüsse, Schuhsohlen, Frühstücksbrötchen, Lakritzkonfekt … Es ist wahr.

Dennoch hat die Filzerin manchmal das Bedürfnis, sich mit anderen Gewerken zu verbinden, ihren Filz zu ergänzen. So am Rande sei der Werbehinweis gestattet, dass wir in unseren Reihen Kolleginnen haben, die uns mit diesem Zubehör versorgen – so z.B. Monika Derrix. (Wer Bedarf hat, kann sich gerne an sie wenden!)

Etwas aufwerten, etwas ergänzen, einen Arbeitsschritt von Fachleuten machen lassen. Wir Filzerinnen sind schon lange im arbeitsteiligen Zeitalter angekommen. Sich von Schustern, Schneiderinnen oder Schnitzern unterstützen zu lassen, ist schon länger Usus und ganz sicher ein Zeichen von Vernunft, Qualitätsbewußtsein und Gestaltungsspaß. Lange sind die Zeiten der Selbstversorger vorbei. Spätestens mit der Eroberung der Welt durch den Ackerbauern wurde für uns Menschen Arbeitsteilung immer wichtiger, Berufe entstanden… Nein, ich will jetzt hier keine Geschichtsstunde halten, dafür bin ich nicht gebildet genug. Nur mit euch gemeinsam darüber nachdenken, was für ein Segen es sein kann, gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Ich hatte es bestimmt schon mal geschrieben im Adventskalender, dass ich eine wunderbare Freundin hatte, die mit mir gemeinsam Plätzchen gebacken hat. Wir nahmen uns beide ein Wochenende gemeinsam frei und ich hab die Teige gerührt, Zutaten vorbereitet, den Ofen überwacht und meine liebste Karin hat geformt, ausgestochen, geflochten und vor allem den Zuckerguss auf die Zimtsterne aufgebracht. Diese Arbeitsteilung war ein großer Spaß und ein Glück. Wir waren ein eingespieltes Team. Seither habe ich in den verschiedensten Lebensbereichen Arbeitsteilung erlebt und kann es gut genießen, dass andere Menschen einfach andere Kompetenzen haben als ich.

Was zu all den Talent- und Ausbildungsunterschieden dazu kommt, ist der Kontakt und die gegenseitige Wertschätzung. Ich hab eine Partnerin im Filz-Netzwerk, die ist organisiert, strukturiert und hat immer Ordnung in ihren Unterlagen. Ohne sie wäre ich verloren. Ich vertraue ihr voll und ganz und so entstand eine Arbeitsteilung, die ich als Superteam bezeichne und die uns in eine echte Freundschaft geführt hat.

Wie sehr wir alle aufeinander angewiesen sind, das wollen wir manchmal einfach nicht wahr haben. Wir denken, dass kann ich allein vielleicht sogar viel besser. Ich hab dieser Tage von einer Mutter gelesen, die immer von Homeschooling geträumt hat, gar dafür gekämpft hat und jetzt gerade sieht, wie anstrengend es sein kann. Der Respekt vor den “Profis” im System nimmt wieder zu. Mal abgesehen von uns als Handwerkerinnen, die Zusammenarbeit so dringend brauchen – ich kann kein Schaf scheren- ist Arbeitsteilung eben unbedingt die Grundlage für Kompetenz und wachsendes Erfahrungspotential und Wissen.

Im Netz sind gerade wieder so viele unterwegs, die behaupten, sie hätten die Antwort aus alle Lebensfragen und führen uns damit an der Nase herum! Wenn ich einen Schuster brauche, dann frag ich keinen Koch. Also lasst uns nur denen trauen, die nicht von sich behaupten sie wüssten und könnten alles, sondern wendet euch an diejenigen, die bei ihrem “Leisten bleiben”!

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