9. Dezember

Glänzender weisser Schnee in Himmelsblau
der Ausschnitt einer Arbeit von Annemie Koenen
 

Ich frage mich schon so lange, woran es liegt, dass manche Menschen es gar nicht erwarten können, dass es schneit und andere liebend gerne darauf verzichten können. Was ist das mit dem Schnee, dass er begeisterte Anhänger hat und erbitterte Gegner?

So sehr ich Schnee auch selbst herbei sehne, es ist eben nicht nur der glitzernde Schnee, der uns zu scheinbar trennenden Gedanken bringt. Es gibt so viele Themen und Ereignisse, die Menschen unterschiedlich einordnen und bewerten. Manch einer flüchtet vor der Weihnacht, andere könnten das ganze Jahr unterm Tannenbaum sitzen. Von Ernährung über Kleidung, Transpotwesen bis hin zur Politik besteht bei jedem Thema das Risiko unterschiedlichster Sichtweisen. Manchmal gibt und gab es deshalb sogar gewalttätige Auseinandersetzungen. Wie komm ich jetzt von Schnee zu Krieg?

Vielleicht weil gerade aller Orten nur das Trennende hervorgehoben wird. Vielleicht, weil wir uns unsere Sichtweisen wie endgültige Wahrheiten um die Ohren hauen. Vielleicht auch weil ich mich so nach Harmonie sehne und sie kaum noch finden kann. Ginge es nach mir, dann…

Halt! Es geht doch nach mir, ich kann zuhören, Raum geben und den Alltagswundersatz sagen: “Ich verstehe was Du meinst”! Was auch immer danach geschieht, ich lasse mich nicht mehr verführen so zu tun, als ob ich die einzige Wahrheit in mir trage. Vielleicht kann ich dann die Schneeverächter auch einfach mal zum Tee einladen und die Heizung etwas aufdrehen.

Habt eine gute zweite Adventswoche!

3 Gedanken zu „9. Dezember“

  1. Sehr schön geschrieben!
    Es gibt so viele Sichtweisen auf ein Thema und auch nicht nur die eine Wahrheit.
    Was jedoch gar nicht geht ist verbale und direkte Gewalt. Der Kompromiss ist oft eine gute Möglichkeit sich anzunähern.
    Ich wünsche Euch und uns allen noch eine gesegnete Vorweihnachtszeit. – Heidi

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