7. Dezember

Barbara Eichhorn hat das heutige Foto für den Adventskalender zur Verfügung gestellt. Mich hat die Zartheit dieser Arbeit sofort berührt. Vogelleicht, licht und irgendwie als ob sie tanzen wollte, die Schale.

Sie ist sich selbst genug, muss nichts halten, lässt Licht und Luft durch und doch ist sie ganz präsent. Es gibt Dinge  – und manchmal auch Menschen – auf dieser Welt, die so dringend im Vordergrund stehen wollen, dass sie sich ganz dicht machen, schreiend bunt – im Blocksatz. Man kommt nicht an ihnen vorbei, ohne zu staunen, sich zu wundern oder gar sich zu ärgern. So etwas ist immer gut, wenn die Dinge für den Notfall da sind, z.B. Feuerlöscher, die sollte man sofort sehen und nicht erst suchen müssen. Auch in der Werbung kann es nicht laut, bunt, dicht oder auffällig genug sein.  Wie auch immer die Beweggründe sind, zuviel davon ist unglaublich anstrengend. Gerade jetzt zur Adventszeit haben viele im öffentlichen Raum Verantwortliche verlernt, zart, leise und transparent zu sein. Das Kind, auf dessen Ankunft all diese Tage im Advent vorbereiten sollen, kam nicht mit einem lauten Knall in diese Welt, auch nicht begleitet von tausend Weihnachtsshows und schreiend bunten Lichtern. Es kam in einer stillen Winternacht mit wenig Farbe zur Welt – zart, klein und noch ein wenig transparent – wie wir alle an unserem ersten Tag. Danke Barbara, dass du uns erinnerst, an die Zartheit dieser Tage, dieser Botschaft und das kleine Wunder, das jeden Tag geschieht, wenn sich ein neues Menschlein auf den Weg macht.

Vielleicht habt ihr ja Lust auf eine kleine Aktion, die mir heute spontan beim Screiben eingefallen ist. Eine Maria, nur aus ungefärbten Wollen, ganz zart gearbeitet.

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