19. Dezember

Der lustige Kerl ist Ina Jeromin vom Filztisch gehüpft und hat sich überlegt, einen kräftigen Abdruck von sich im Schnee zu hinterlassen. Ich weiß, wir denken immer, das würde uns zu Engeln machen, wenn wir im Schnee diese Abdrücke hinterlassen. Soweit die Kinoversion.

Nun kann einem bei diesem lustigen und lebendigen Foto der Gedanke kommen, dass da jemand unbedingt einen Doppelgänger braucht. Jemanden mit dem er sich die Arbeit teilen kann, der Mails beantwortet und für ihn zum Zahnarzt geht. Manchmal könnte der Doppelgänger auch Leuten etwas ins Gesicht sagen, was ich sonst kaum zu denken wage… Träumen wir nicht alle manchmal davon, uns aufteilen zu können und die Kopie mit Dingen zu beauftragen, auf die wir keine Lust haben? Euch geht das nicht so? Mir schon, ab und zu….

Gestern habe ich den Geistern der Weihnacht einen Zahn geopfert, dass hätte der Doppelgänger gerne für mich erledigen können. Egal wie auch immer. Was ist das eigentlich, warum wir manches so ungern tun ( also ich rede jetzt nicht vom Zahnarzt)? Den Müll raus tragen zum Beispiel. Ist supersinnvoll. Wenn es keiner macht, dann sind die Folgen nicht lustig. Aber wer macht das schon ohne Ansage und auch noch freudig? Oder Aufräumen, ob im Büro, in der Werkstatt oder der Wohnung. Macht ihr das mit Begeisterung?

Vielleicht liegt es ja daran, dass wir alles auf der Welt immer mit Märkchen versehen, Tätigkeiten in “wertvoll, wichtig, unwichtig, doof oder gar gefährlich” einordnen. Und wertvoll, dafür wird man gelobt, für wichtig wird man bezahlt und alles andere braucht man nicht unbedingt.

Vor vielen tausend Jahren haben wir angefangen unser Menschenleben und die damit verbundenen Tätigkeiten unter uns aufzuteilen und gleichzeitig angefangen, für eine Wertvoll-Liste gesorgt. Man könnte sagen, wir haben unsere Bedeutung an unsere Tätigkeiten geknüpft oder Tätigkeiten so aufgeladen, dass manch andere unter den Tisch fallen. “Minister sind ja sooo wichtig und die Küchenhilfe nicht unbedingt”.

Und genau jetzt fällt mir der Straßenfeger aus Momo, von Michael Ende, wieder ein.

Verleiht eurem Tun Bedeutung, egal ob vor oder nach Weihnachten. Wartet nicht auf die Einschätzung von anderen, sie können oft gar nicht ermessen, wie wichtig euer Handeln ist!

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