Erinnerungen an Inge Bauer von Beate Bossert

Es stimmt mich sehr, sehr traurig, dass Inge von uns gegangen ist.
Wie hatten wir doch alle immer wieder gehofft, dass sie den Kampf gegen den Krebs doch noch gewinnen möge!
Jedoch die vielen schönen Erinnerungen kann uns Gott sei Dank niemand nehmen. Vieles was ich mit Inge erleben durfte wird mich immer begleiten.
Meine Erinnerungen beginnen vor über 25 Jahren als wir uns bei einem Hutkurs von Claudia Gemein das erste Mal begegnet sind. Dann wieder in Hohebuch, deutsche Filzbegegnungen und internationale Filzertreffen in Südtirol, die erste Studienreise mit Istvan Vidak in die Türkei, Inges Filzkurs bei Holger in Südfrankreich … Bei jeder neuen Begegnung fachsimpelten wir über neue Entdeckungen im Filz und ließen doch auch privates nicht aus. Immer wieder stellten wir fest, dass wir gerade an einem ähnlichen Punkt gelandet waren: zuerst die Teppiche, das Ausloten der Dreidimensionalität, dann wurde der Filz immer feiner und die Färberei kam dazu. Und dennoch waren unsere Ergebnisse immer grundverschieden. Nach und nach fanden wir unsere Wege im Filz: Inge ging auf in immer neuen Kreationen an Filzbekleidung und ich in Objekten und dem Dreidimensionalen. Sie war immer offen für Fragen und liebte den Austausch von Ideen. Sie hatte ein großartiges Gespür für Menschen, viel Vertrauen in Menschen und ihre Großzügigkeit war beispielhaft.

Mein erstes Kleidungsstück entstand bei Inge in Schopfloch. Sie begleitete meinen großen Filzteppich zu meinem 40. Geburtstag. Ohne sie wäre er wohl nie so geworden! Zusammen waren wir bei Workshops von Jori Johnson, May Hvystendahl und Charlotte Semisch. Auch das wunderbare Erinnerungen.

Und Ideen hatte sie ohne Ende! Ich weiß noch, wie sie mit einem schelmischen Lächeln bei einer Filzbegegnung die “Filzboa” freigab. “Du wirst sehen, dass demnächst überall die Boas nachgemacht werden…!” Und sie hatte damit recht und überhaupt kein Problem: “Manches muss man einfach freigeben.”

Es erfüllt mich mit Freude, dass ich das große Glück hatte, Inge kennengelernt zu haben und mit Trauer, dass wir keine neuen Erinnerungen mehr zu unserem Weg hinzufügen können.

  • Liebe Inge, vielen, vielen Dank für Alles!

11 Gedanken zu “Erinnerungen an Inge Bauer von Beate Bossert

  1. Liebe Beate, ich danke dir für deinen Text, der auch mir aus der Seele spricht, Inge hat in meinem Herzen auch einen ganz besonderen Platz, und es erfüllt mich noch immer mit Stolz, mit ihr u.a. das wunderbare, persönliche Galeriebuch gemacht zu haben, die tiefsinnigen, wertvollen Gespräche und Erlebnisse mit ihr werde ich nie vergessen, ich bin unendlich traurig, dass sie soviel Leid ertragen musste und der Krebs ihr die Lebenszeit auf Erden beendet hat.

  2. Meine erste und liebenswert strenge Nass-Filzen-Lehrerin , immer zur rechten Zeit zur Stelle. Noch heute erinnere ich mich beim Auslegen von Wolle an ihre kritischen und so hilfreichen Blicke.
    Danke Dir liebe Inge für all Deine Fürsorge für uns Anfänger und andere , für all Deine kreativen Ideen und Deine großzügige Freundlichkeit.
    Traurig vermisse ich Dich und bin dankbar ,daß ich Dich kennenlernen durfte.

  3. Zweimal dürfte ich einen Kurs bei Inge besuchen und war begeistert von ihren Fähigkeiten sowohl in filztechnischer aber vor allem auch in pädagogischer Hinsicht, was die Leitung ihrer Kurse anging. Sie war schon krank, als ich sie kennenlernte, aber sie schonte sich nie. Sie war eine Powerfrau im besten Wortsinn und sie wird der Filzgemeinschaft sehr fehlen. Ruhe in Frieden, liebe Inge. Vieles von Dir wird bleiben. – Heidi Ohl

  4. Liebe Heike,
    wie recht du mit allem hast.
    Ich kannte Inge leider nicht so lange. Ich hörte ihren Namen zum ersten Mal bei einem Kurs mit Jana Muchalski in den Rauhnächten 2013. Eine Teilnehmerin trug eine gefilzte Tunika und schwärmte von Inges Kurs. Beim nächsten Mal war ich selbst dabei in Oberrot… Es entstanden unter einfühlsamer und doch stringenter Anleitung eine Jacke und eine Weste. Inge begeisterte mich für eine Reise nach Kirgistan, die sie selbst vorher unternommen hatte. Sie war meine Lehrerin in der Filzschule und vermittelte so überaus viel Gefühl und Inspiration. Sie lehrte uns bei aller Inspiration ernsthaft und genau mit dem wertvollen Material umzugehen. Ihre Farben leuchten noch immer in meinem Wollsortiment. Sie wird da sein, was immer ich filze.

    Liebe Inge, mögen deine Farben dich begleiten. Vielen Dank dass ich ich Dich treffen durfte!

  5. Oh, das sind traurige Nachrichten. Ich habe Inge vor Jahren auf der Handwerksmesse in Köln erlebt. Sie hat meine Filzanfänge mit ihrer ganz neuen Art, an das
    Thema Filz heran zu gehen, sehr stark beeinflusst.
    Sie hat den Filz in eine so moderne, künstlerische Ebene gebracht.
    Ich bewundere ihr Werk sehr..wegweisend
    Inzwischen lebe ich in Süd Afrika, wo es einige wunderbare Filzerinnen gibt, die sich immer wieder mit dem Filz Kunsthandwerk in Deutschland beschäftigt haben.
    Alles Gute, Inge

  6. Leider habe ich bei Inge nur einen Kurs machen können, weitere, auf die ich mich angemeldet habe, waren wegen Krankheit abgesagt. Es tat mir sehr Leid, weil ich sie sehr in mein Herz geschlossen habe und wollte ihre positieve Energie geniessen und von ihr lernen. Aber danke, dass ich wenigstens fünf volle und reiche Tage mit Inge erleben durfte. Ceda Misic, Slowenien

  7. Ich bin eben sehr betroffen von der Nachricht, dass Inge nicht mehr unter uns weilt. Ihr Wissen, ihre Kreativität und ihre wunderbare Art haben mich begeistert. Ich bin sehr dankbar, dass ich sie im ersten Block in der Filzschule in Oberrot kennenlernen und erleben durfte und ich wollte sie so gern im nächsten Jahr zur Ausstellung wieder treffen.

    Liebe Inge, ich werde dich in dankbarer Erinnerung behalten. Carola Z.

  8. Ein großer Verlust. Inge war etwas ganz Besonderes. Sie war eine großartige Lehrerin, eine wunderbare Wegbegleiterin über viele Jahre, die immer ein offenes Ohr und helfende Hände hatte, eine starke Frau. Sie hat mich bestärkt, meinen Weg in Filz zu finden. Inge wird bei mir bleiben, in meinen Gedanken, wenn ich an meinem Filztisch stehe. Ihre Art zu filzen, ihre Filz-Handschrift wird man in vielen Filzwerken wiederentdecken, sie war so großzügig. Sie bleibt unvergessen.

  9. Ich bin auch erschüttert daß Inge es nicht geschafft hat obwohl es des öfteren so ausgesehen hat dass Ihre Krankheit überwunden ist . Bei Inge habe ich
    bei den Filzertreffen in Südtirol 3 mal einen Kurs belegen dürfen . Wiir haben
    bis spät gearbeitet und Inge hat uns auch dann noch sehr geholfen.
    Liebe Inge wer Dich gekannt hat wird Dich mit Deiner feinen geduldigen Art
    nicht vergessen Schütz Waltraud

  10. SOUVENIR D’INGE BAUER
    Tagebuch 6. März 2017 : “Ich habe Inge gesehen, und habe ihr gesagt dass sie wahrscheinlich die einflussreichste Dozentin die ich gehabt habe ist. Sie zieht um, sie hat mich umarmt. Sie hat wunderschöne Augen, sie ist schön.”
    Es stimmt, sie hatte Jupiter im Inneren der Augen. Inge Bauer ist tot, aber sie ist in allen Schülern und Kollegen Handflächen, in Deutschland, Österreich, USA, Frankreich und noch mehr. Sie ist einer meiner Lehrerin die wenig sagten, aber die sich in meine Hände gesetzt haben. Ich möchte auch Marianne Bernecker, Isabelle Chappet, Istvan Vidak und Marie-Thérèse Chaupin zitieren. Sie hat mir von Teppiche, Kleidung und reisen gesprochen. Sie hat uns alles gesagt, ich war in ihre Augen verliebt. Mit meinem ganzen Herz möchte ich dir auch danke sagen Inge.
    Und danke Beate für den Text.
    Mit liebe aus Frankreich,
    Wiebke AUMANN

  11. Liebe Inge, die Du von uns gegangen bist…
    erst vor wenigen Wochen erfuhr ich von Deinem Tod und bin sehr traurig, daß Du es nicht mehr geschafft hast. Du warst eine der ersten deutschen Filzerinnen, die ich damals am Beginn meines Filzerdaseins vor 20 Jahren getroffen habe auf einem Markt damals in Weyarn. Dann 2010 sind wir uns in Italien bei Feltrosa intensiver begegnet und Du hast mich 2011 zu Wollknoll gebracht und 2 Jahre später mit offenen Armen als neue Kollegin bei der Filzschule willkommen geheißen. 5 Jahre haben wir zusammen den Block 1 unterrichtet – stets im Dialog+Austausch, wie wir es am Besten machen könnten. 2013 verbrachten wir eine gemeinsame Filz-Austauschwoche in Lörrach (dank Dir Regina!), in der ich Deine Nuno-Technik für Bekeidung erlernen durfte und Du Dir ein Fellwestchen nach meiner Art filzen. 2016 überlegten wir sogar, in Zukunft den Block 4 gemeinsam zu gestalten, um Deine und meine Technik zeigen zu können. Es schien dann aber zu kompliziert und die Filzschüler überfordernd und so hatten wir geplant, uns ab 2017 im Unterrichten von Block 4 abzuwechseln. Leider hat Dich die Krankheit dann wieder eingeholt und Dich zum Rückzug veranlaßt. Bis zuletzt habe ich gehofft, daß Du wieder genesen würdest.
    Du warst eine wunderbare Kollegin, stets offen und warmherzig und voller Güte. Ich danke Dir von Herzen für die gemeinsame Zeit und alle Deine Tipps, Ideen und Ratschläge, die Du großzügig+freigebig weitergegeben hast.
    Ruhe nun in Frieden liebe Inge, Großes hast Du vollbracht!
    In herzlichem Gedenken, Heidi Greb.
    p.s.und danke an Dich liebe Beate für Deinen Text und die Initiation zu diesen Gedenkschriften.

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